03-04-2014, 17:53
(03-04-2014, 16:59)Mustafa schrieb:(03-04-2014, 13:59)Gundi schrieb: Eigentlich ist eine Metapher eine Umschreibung für Etwas
Gott ist eine Umschreibung für den "Urgrund" der Welt, deren Grundordnung, und die Prinzipien, nach denen sie funktioniert.
Gott kann alles mögliche sein.
(03-04-2014, 16:59)Mustafa schrieb: M.E. kommt man da nicht weit mit deiner Unterscheidung zwischen "Realexistenz" und "Metapher".
Wieso denn meine Unterscheidung? Der eine Gläubige sagt, Gott existiert real, hat die Welt geschaffen und alles drumherum. Und der andere sagt, völliger Quatsch, die ganzen geschichten aus der Bibel und Gott selbst sind nicht real sondern Metaphern für menschliches Zusammenleben.
Nur interessanterweise wird diese unterschiedliche Sichtweise innerhalb der gläubigen Gemeinde kaum bemängelt. Gehe ich aber auf einen User mit konkretem (für ihn real existierendem) Gottesbild ein, heisst es auf einmal ich würde hier dummes Zeug reden. Bleibt doch mal bitte beim Thema, bzw. schaut auch mal in welchem Zusammenhang hier Äußerungen vorgebracht werden.
(03-04-2014, 16:59)Mustafa schrieb: Muss oder kann etwas, was "die Existenz" erst hervorbringt, selber in gleicher Weise "existent" sein?
Worauf willst du hinaus?
(03-04-2014, 16:59)Mustafa schrieb:(03-04-2014, 13:59)Gundi schrieb: Zunächst würde ich sagen, dass ich derlei Einverleibung von guten Dingen in die Religion recht anmaßend finde.
Ich kann darin weder Einverleibung noch Besitzansprüche erkennen.
Natürlich. Liebe wird für die eigene Sache (bzw. Religion) benutzt, in dem man sagt: Unser Gott ist die Liebe. Und natürlich hat nur die eigene Religion den Zugang zu dem tieferen Wissen dahinter ;) Und das ist anmaßend: Zu behaupten man wüsste was hinter der Liebe auf metaphysischer Ebene steckt und auch genau zu wissen, was dieser Gott noch so alles von uns möchte. Denn (und das wurde ja schon gesagt) es bleibt ja nicht dabei einfach Gott und Liebe gleichzusetzten.
Und das die göttliche Liebe auch durchaus beim Anderen aufhören kann (legitimiert durch die Religionsoberhäupter) ist nun wahrlich kein Geheimnis.
"Gott ist die Liebe" ist daher imho nicht mehr als eine nette Floskel, die konkret aber nix aussagt und lediglich versucht Gott irgendwie an unsere Welt zu koppeln (eben durch so etwas reales wie das Gefühl der Liebe) bzw. ein Versuch der Religion ihren Status zu erhalten (so brüsten sich die Kirchen ja ganz gerne damit quasi der Verwalter der Nächstenliebe schlechthin zu sein und das diese erst durch Jesus überhaupt in die Welt kam).
(03-04-2014, 16:59)Mustafa schrieb: Vielmehr sehe ich es als Ausdruck der Seinsweise Gottes im liebevollen Umgang mit den Mitmenschen.
Seinsweise in welchem Sinne? Gott existiert, weil es Liebe unter den Menschen gibt? Die Liebe unter den Menschen ist Gott?
Kannst du machen, nur ist das nichts anderes, als für Liebe das Wort Gott einzusetzten.
Und wie bereits gesagt: Religionen dichten ihrem Gott in der Regel schon noch etwas mehr an.
(03-04-2014, 16:59)Mustafa schrieb: Ich denke, du stellst dir Gott zu sehr als irgendeine Art "Superhominide" vor.
Da ich nicht gläubig bin, kann ich mich nur auf die Gottesbilder berufen, die ich von Gläubigen erhalte. Wenn der eine ihn als Superhominide schildert, wird er auch dementsprechend von mir bewertet.
(03-04-2014, 16:59)Mustafa schrieb:(03-04-2014, 13:59)Gundi schrieb: Aber zu deiner eigentlichen Frage: Liebe = reale Existenz
Gott eher Metapher.
Ist denn "Liebe" real existent, oder doch auch bloß "Metapher" für irgendwelche hormonellen Vorgänge im Körper?
Liebe als Gefühl ist natürlich existent.
(03-04-2014, 16:59)Mustafa schrieb: Ich denke, das Problem liegt in der Definition von "realer Existenz".
Ich denke man versteht durchaus was damit von mir gemeint ist.
(03-04-2014, 16:59)Mustafa schrieb: Du denkst dabei an objektiv bis naturwissenschaftlich fassbare Dinge, während es für Gottgläubige eher um Beziehung zur Welt und das Erleben geht.
Interessant das du weist, wie alle Gottgläubigen denken...
Wie gesagt, meine Erfahrung ist eine andere. Außer dir und Ekkard kenne ich niemanden, der sich Gläubiger nennt und nicht an die Realexistenz eines Gottes bzw. einer übernatürlichen Macht glaubt.
