04-04-2014, 11:07
(04-04-2014, 10:18)Mustafa schrieb:(04-04-2014, 09:11)petronius schrieb: welcher sollte das denn gewesen sein?
Ich denke, es ging stärker um die Bedeutung der Dinge für den Menschen und sein Leben.
Mit einem modern-naturwissenschaftlichen Blick auf die Welt, bei dem der Mensch quasi herausgenommen wird, weil es um "Objektivität" geht, tut man sich m.E. schwer mit dem Verständnis antiker Glaubensschriften.
das ist kein "anderer blick auf die realität", sondern ein blick auf mythische bzw. imaginierte sinngebung anstatt auf die realen zusammenhänge
(04-04-2014, 10:18)Mustafa schrieb: nie, weder in der kirche noch im religionsunterricht, habe ich je etwas in der richtung gehört, daß "gott" nicht real existiere, sondern nur metapher für was auch immer sei
(04-04-2014, 10:18)Mustafa schrieb: Also mir sind Aussagen bezüglich der Unfassbarkeit Gottes in menschliche Begriffe durchaus bekannt
das ist ja wieder was anderes und eben genau das religiöse grundparadoxon - daß dieser "gott als unfaßbar behauptet wird, nur um sich dann ausführlichst in einer beschreibung seiner eigenschaften und seines willens zu ergehen
das aber haben ja grade wir beide nun schon dutzende male diskutiert
(04-04-2014, 10:18)Mustafa schrieb: Stattdessen ist mir Gott als naturwissenschaftliche Hypothese fremd
mir auch - aber was soll dieses off topic?
(04-04-2014, 10:18)Mustafa schrieb:(04-04-2014, 09:26)petronius schrieb: ich denke, das problem liegt in deiner definition vo "gottgläubigen", die außer auf dich und ekkard nur auf eine kleine minderheit zutrifft
Das sehe ich anders.
Ich bin überzeugt davon, dass es für die allermeisten Gottgläubigen eher um Beziehungen zur Welt und den Mitmenschen geht als um naturwissenschaftlich fassbare Dinge
diese alternative ist ein strohmann, den du immer wieder baust
niemand hier (außer dir) hat was von einem "naturwissenschaftlich fassbaren" gott gesagt
den gläubigen, die gott als real existierende wesenheit sehen oder empfinden, beziehen sich dabei nicht auf "naturwissenschaftlich fassbare Dinge"
(04-04-2014, 10:18)Mustafa schrieb: also, die gläubigen, die ich kenne, und die sich bei gott wohlfühlen, sehen ihn nicht als bloße idee
(04-04-2014, 10:18)Mustafa schrieb: Worten wie "bloß" oder "lediglich" habe ich in diesem Zusammenhang schon mehrfach widersprochen
ja, aber wenn man daraus den schluß sieht, daß auch du "gott" eine wesenhaftigkeit zuordnest (und ihen eben nicht "bloß", also ausschließlich, als idee betrachtest), widersprichst du erst recht
entscheide dich mal
(04-04-2014, 10:18)Mustafa schrieb: Bei philosophischen Themen sind Ideen das Einzige, was wir haben
dem gottgläubigen geht es nicht um ein philosophisches thema
(04-04-2014, 10:18)Mustafa schrieb: Die Welt existiert, und die Frage ist, ob man von "Urgrund" ausgehen möchte, oder eben nicht, und sich eher irgendein Chaos vorstellt, bzw. ganz auf Vorstellungen (und damit auf das philosophische Thema) verzichtet.
richtig
ein kind etwa kann sich nichts anderes vorstellen, als daß es für alles eine simple und eindeutige erklärung bzw. begründung gibt - daher ja auch die unendliche kindliche repetition des "warum?", die genervte eltern nur zu gut kennen. einem kind nämlich ist so was wie "kontingenz" nicht vermittelbar, geschweige denn, daß wir, die wir für vieles keine erklärung haben, möglicherweise ja auch daran scheitern, daß es keine erklärung gibt
aber egal, ob wir die erklärung nur noch nicht haben oder gar nicht erlangen können - sich dann einfach eine auszudenken und "gott" zu nennen kommt mir eben eher infantil vor als erwachsen
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)

