(15-05-2014, 11:23)Klaro schrieb: ... aber der Westen hat uns was gehustet - er hat die Betriebe abgerissen und die Leute entlassen.
"Der Westen" hat die Betriebe abgerissen, so so. Boeser, boeser Westen.
Es ist dieses unertraegliche Selbstmitleid, gepaart mit ebensogrosser Egozentrik, die die Beziehungen zwischen Leuten aus Ost und West so vergiftet haben. Die DDR hat deshalb aufgehoert zu existieren, weil sie restlos bankrott war und schon lange nur noch von Transferzahlungen aus "dem Westen" lebte. "Der Westen", bzw. Leute wie meinereiner, haben dann jahrzehntelang ihre Steuern plus Soli-Zuschlaege gezahlt, damit die Landschaften im Osten endlich zum Bluehen kommen. Das Resultat ist, dass die Infrastruktur im Osten im allgemeinen exzellent ist, vor allem wenn man es mit der broeckelnden Substanz in den westlichen Innenstaedten vergleicht.
Ich bitte das jetzt nicht so misszuverstehen, dass ich fuer mich oder "den Westen" dafuer einen Orden einfordere. Jahrzehntelange Ausbeutung durch den "grossen Bruder" ist halt eine andere Lebensvoraussetzung als die Anschubfinanzierung, die "der Westen" erhalten hatte. Diese Chancenungleichheit fuer mehr als 40 Jahre kann man nicht so ohne weiteres aus der Welt schaffen, aber es wurde versucht. Trotzdem moechte ich betonen, dass es nicht etwa so etwas wie einen Anspruch des Ostens auf Hilfe durch den Westen gibt. Das ist mitnichten so. Auch ohne diesen Anspruch wurde trotzdem geholfen. Ernten tut man dafuer hauptsaechlich endloses Gejammere, Schuldzuweisungen und als i-Tuepfelchen vielleicht noch ein "frueher war alles besser". Da macht das Helfen gleich doppelt Spass.
Edit: Ist der "Soli" eigentlich endlich weg?


