27-05-2014, 23:32
(27-05-2014, 18:23)Hathagat schrieb: Was ich meine, ist etwas ganz anderes.Man sollte zwei Sorten von Glaube strikt auseinander halten:
Ich denke mal, dass keiner unter uns hier ist, der - in diesem Falle nun die Urknall-Theorie - mit entwickelt hat oder sie erforscht. Die meisten werden sich die offiziellen Forschungen dazu wahrscheinlich nicht mal ansatzweise intensiver angesehen haben...
Man glaubt einfach etwas, was einem gesagt wird.
- Wissenschaftlich, philosophisch: Für zutreffend halten, ggf. prüfen.
- Religiös: Vertrauen in eine Wertegemeinschaft, gemeinsame Konventionen.
Der wissenschaftlichen Aussage vertraue ich, weil ich etwas weiß. Ich kann jedes Detail darauf prüfen, ob seine Beschreibung zutrifft. Insbesondere kenne ich die aufgezählten Fakten, auch wenn ich mir über die Feldgleichungen keine Gedanken mache. Im Übrigen siehe Beitrag Petronius.
Im Gegensatz dazu steht der religiöse Glaube, der etwas völlig anderes beinhaltet: Nämlich die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, die den gleichen oder ähnlichen Mythen anhängt. Dieser Glaube bedeutet: Anhänger zu sein, gemeinsame Werte (u. a. Menschenbild) und Riten zu pflegen. Mithin definiert religiöser Glaube was unter Gleichgesinnten als gut, liebevoll, richtig und gerecht gelten soll. Wenn ich überhaupt auf etwas vertraue, dann auf die Weisheit dessen, was sich über lange Zeiträume sozial bewährt.
(27-05-2014, 18:23)Hathagat schrieb: Wirklich anders als z.B. der christliche Glaube, bei dem auch einfach an Gott geglaubt wird ohne dass man ihn weiter erklären könnte, ist das nicht. Auch recht blindes Vertrauen...Nein, diese Art des Glaubens ist nicht blind, sondern besteht schlicht aus Konventionen (Details s. o.). Eine davon ist der Mythos einer gerechten Macht über allem, die mit reichhaltiger Symbolik ausgestaltet wurde und wird: Gott (im Fall der abrahamitischen Religionen).
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Ekkard

