29-05-2014, 17:15
(29-05-2014, 12:37)Mustafa schrieb:(29-05-2014, 11:27)Erich schrieb: Naja, dazu kann ich nur sagen, dass die islamischen "Werte und Ziele" m.M.n. nur schwer mit den derzeit in Europa gelebten Werten in Einklang zu bringen sind
Das sehe ich ganz anders.
Der Rest deiner Behauptungen sind Spekulationen ad populum.
Im mittelalterlichen Abendland wurden die "edelsten" Taten zu Ehren der christlichen Trinität vollbracht wie z.B. das massenhafte Abschlachten von Muslimen, Juden und auch manchen Christen nach der Eroberung Jerusalems (um 1100 nuZ) im 1. Kreuzzug. Der Ruf "deus lo vult" ("Gott will es") wurde wahrscheinlich von den meisten Kreuzfahrern aus tiefster Überzeugung ausgestoßen. Im Hinblick auf die geschlachteten Christen galt "Gott wird die Seinen schon erkennen". Das geschah, obwohl aus dem NT keinerlei Aufforderungen zu solchen Taten oder auch nur deren entfernte Rechtfertigung entnommen werden können. Die Erfolge der Aufklärung und Säkularisation bannten nach und nach solche Aktivitäten und zwangen das Christentum zur Besinnung auf seine im Prinzip tolerante Botschaft.
Ansätze zur Aufklärung setzten zwar in der islamischen Welt früher als im Abendland ein, wurden aber im Gegensatz zum Abendland bis heute erfolgreich abgewürgt. Hinzu kommt, dass aus den heiligen Schriften des Islam, Koran und Sunna, Gewalt im Namen des Glaubens im Gegensatz zum NT Rechtfertigung entnommen werden kann (milde ausgedrückt !!) und das Leben Mohammeds auch heute noch den allermeisten Muslimen als sakrosanktes Vorbild gilt.
Wie sich islamische Überzeugung im Extremfall auswirken kann, zeigt die Überwindung des Selbsterhaltungstriebs durch die suggerierte Gewissheit auf Belohnung im gedachten Jenseits (11.09.01 NY/Washington z.B., häufig in Bagdad, Kabul und anderswo im Dar-al-Islam und ab und an in Israel). Obwohl das Ausnahmen sind und westliche Nichtmuslime durch islamischen Terror weniger gefährdet sind als durch den eigenen Straßenverkehr, ist die Opferbereitschaft sich als Märtyrer fühlender Muslime m.M.n. für den Islam signifikant. Mir ist diese Opferbereitschaft islamischer Form sonst aus keiner anderen Religion bekannt, weder aus einer abgegangenen (ausgenommen vielleicht eine gewisse Nähe zur altnordischen Religion, die gefallene Helden im Walhalla bei Met und Schweinefleisch den Ragnarök erwarten sieht) noch gar einer aktuellen.
Aber die vom Islam ausgehende Gefahr liegt weniger im Terrorismus als in der Vorstellung der absoluten Unterwerfung von Gesellschaften unter islamische Normen, die zu einem Teil Toleranz und Gleichberechtigung der Religionen und des Atheismus/Agnostizismus und beider Geschlechter widersprechen. Dieser Wunsch der überwiegenden Mehrzahl der Muslime findet auch in demokratischen Wahlen in islamisch dominierten Staaten Ausdruck und zeigt sich in der EU durch Ablehnung der Versuche, den Islam mit westlichen Werten kompatibel zu machen, durch die Mehrheit der Muslime (Ablehnung des Euroislam z.B.). Jedenfalls ist die Entwicklung im Dar al-Islam rückwärts gerichtet und wird teilweise nur gebremst durch militärische Intervention (Ägypten z.B.).
Teilte die Mehrheit der Muslime Deine Überzeugung, würde ich im Islam eine Religion sehen wie jede andere Religion auch. Mag jeder glauben, was er will, solange er niemanden zu zwingen versucht, Teile jeden irdischen Sinnes entbehrender Normen seiner Religion, an der der Islam ja geradezu reich ist, zu leben.

