14-08-2014, 00:24
(13-08-2014, 23:48)Ulan schrieb: Das Herbeirufen von Feuer war, wenn es im Namen Gottes erfolgte und Erfolg hatte, ein Zeichen goettlicher Gnade, keine Gotteslaesterung.
Glaubst Du im Ernst, daß das Judentum das so gesehen hätte ??
Falls das zur Zeit des Tempels geschrieben wurde (56 n. Chr.), regierten noch die Sadduzäer. Die hätten vermutlich sofort wegen Gotteslästerung und Landfriedensbruch Anklage bei den Römern erhoben ! "Diese beiden Verbrecher haben Gott gelästert! Und sie wollen ein Dorf mit Feuer vernichten! Da steht es geschrieben in ihrem Buch! Ein krasser Bruch der Pax Romana! Sie befürworten Gewalt in der Provinz Judäa!"
Falls das nach der Zerstörung des Tempels war (nach dem Jahr 70), dann waren bereits die Pharisäer die Opinion Leader im Diasporajudentum.
Auch sie hätten vermutlich sofort Stunk gemacht !
a) Anzeige bei der römischen Behörde egal an welchem Ort
b) Ausspruch des cherem mit allen Konsequenzen
Anmerkung:
Die Judenchristen konnten den cherem sehr lange verhindern, bis ins Jahr 135
Erst nach dem gescheiterten Bar-Kochba-Aufstand kam es zum offenen Konflikt.
Bis dahin versuchten die Judenchristen, die Pharisäer nicht unnötig zu provozieren. Bis zum Jahr 135 schwelte der Konflikt unter der Oberfläche.
Manchmal wurde er heiß (Hinrichtung Jesu, Steinigung des Stephanus), aber bis 135 waren noch viele Judenchristen Angehörige der Synagogen.
Wie dem auch sei: ein befehlen daß Feuer vom Himmel fällt, wäre von den Juden (gleichwohl ob Sadduzäer oder Pharisäer) als extreme Anmaßung gesehen worden. Es war ja nicht von "bitten" die Rede, sondern von "befehlen"
Und nun wurde Elia erwähnt, um das Judentum zu besänftigen. Aber es wurde darauf vergessen, daß Elia nicht befohlen hatte, daß Feuer vom Himmel fiel, sondern er hatte darum gebetet. Ein kleiner, aber feiner Unterschied
So ging diese Schutzbehauptung ohnehin ins Leere
Irgendwie glaube ich schon, daß das Lukasevangelium die Wahrheit schrieb.
Denn so blöd wäre keiner gewesen, eine derart unvorteilhafte Geschichte zu erfinden

