15-11-2014, 16:58
Gut,böse, moralisch sind eigentlich keine zu definierenden Begriffe an sich , sondern nur in einem sehr speziellen Umfeld.
WAs man persönlich als gut empfinden mag, kann man gleichzeitig als schlecht empfinden wenn es eine Gemeinschaft
tut und gleichzeitig wieder gut wenn ein Staat so handelt.
Das Problem ist auch noch, das was man als gut empfindet Anderen nicht zugestanden wird.
Also Ansichtssache.
Salomon sagt da recht unverblümt:
"» Hinter der moralischen Maske lauerte immer schon der blinde Instinkt der Rache.
Die Belegung 'des Fremden', 'des Abweichlers' , 'des Gegners' mit dem 'Signum des Bösen'
erlaubte erst jene Eskalation von Gewalt, die sich wie ein blutroter Faden durch die Geschichte der Menschheit zieht.
Ein Abschied von diesem archaischen Denkmuster würde uns – so eine der Hauptaussagen des vorliegenden Buches – nicht nur in ethischer Hinsicht stärken, er würde uns auch zu einer entspannteren Weltsicht verhelfen.
Dieser Perspektivenwechsel würde unser Verhältnis zu uns selbst und zu unseren Mitmenschen entkrampfen, ja, er hätte durchaus auch eine 'spirituelle Dimension': Denn was Gläubige tagaus, tagein in ihren Gebeten erflehen, die 'Erlösung von dem Bösen',
liefert uns eine humanistische, rational-wissenschaftliche Weltsicht gewissermaßen 'frei Haus'.
Zu dieser 'Erlösung' bedarf es nämlich keiner göttlichen Gnade, keines wie auch immer gearteten Beistands von oben, sondern lediglich einer kritischenÜberprüfung unserer Annahmen über die Welt. «
Mal ein Standpunkt. Die Orientierung findet aber an vielfältigen Normen statt.
"
"Auch etwa Gerhard Ringeling betont: Das Christentum hat eine bestimmte Kulturerfahrung und prägt von dieser her seine Rezeption neuer Erfahrungen. Integrierung dieser Erfahrungen sei aber auch als disfunktional zu herrschenden Kommunikationstrends aufzufassen.
Dietmar Mieth etwa unterscheidet wie folgt:
Soziale Normen sind nicht durch Einsicht in Gründe begründet, sondern aufgrund sozialer Beziehung und entlasten den Menschen von einer Dauerreflexion des Verhaltens.
Sittliche Normen dagegen integrieren und überbieten biologische oder jurischen Normverständnisse in Richtung
auf eine freie Orientierung menschlichen Handelns und sind Wertvorzugsurteile,
also Abwägungen von Werten unter vorgegebenen Bedingungen, generelle oder relative Vorrangregeln im Falle des Wertkonflikts. Von Normen ist daher erst dann zu sprechen, wenn die Klausel der Anwendung eindeutig geklärt ist.
Deontologische Normen sind Normen, die immer gebieten oder verbieten (etwa: die Wahrheit sagen und die Lüge meiden)
Teleologische Normen gebieten oder verbieten im Hinblick auf die Wirkungen des Handelns und geben daher genau die Umstände an (etwa: die direkte Tötung eines unschuldigen Lebens ist nicht erlaubt).
Wer nicht an die Existenz (standpunktunabhängiger) deontologischer Normen glaubt, kann diese immerhin darin gerechtfertigt sehen, allgemeine Werteinsichten mit höchster Dringlichkeit einzuschärfen. Normative Ethik hat, so Mieth, ihre Stärke in der Abgrenzung des Bösen und damit im Gewinn eines Rahmens für das Gute und ist demnach entweder formal oder kasuistisch. Als Vermeidungsimperative verstandene Normen benennen also das Nicht-Mehr-Gute (Böse), lassen damit aber das Gute als das material Sittliche offen. Für konkrete Urteile sind Erfahrungskontexte, wie für Auer, entscheidend: auf einfachen Werteinsichten ruhen komplexere Werturteile auf, die aus dem Wertkonflikt erst entstehen – aber auch einfache Werteinsichten sind schon keineswegs selbstverständlich. Die dafür nötige Kompetenz beruht auf Erfahrung als integrierender Aneignung (nicht als Empirie, sondern als Experienz, die durch symbolische Muster vermittelt wird)." wiki
Sind schon überholte nicht fassbare Begriffe, wie Moral.
Nicht entscheidbar, also untauglich oder tauglich für Alles, was das Gleiche ist.
WAs man persönlich als gut empfinden mag, kann man gleichzeitig als schlecht empfinden wenn es eine Gemeinschaft
tut und gleichzeitig wieder gut wenn ein Staat so handelt.
Das Problem ist auch noch, das was man als gut empfindet Anderen nicht zugestanden wird.
Also Ansichtssache.
Salomon sagt da recht unverblümt:
"» Hinter der moralischen Maske lauerte immer schon der blinde Instinkt der Rache.
Die Belegung 'des Fremden', 'des Abweichlers' , 'des Gegners' mit dem 'Signum des Bösen'
erlaubte erst jene Eskalation von Gewalt, die sich wie ein blutroter Faden durch die Geschichte der Menschheit zieht.
Ein Abschied von diesem archaischen Denkmuster würde uns – so eine der Hauptaussagen des vorliegenden Buches – nicht nur in ethischer Hinsicht stärken, er würde uns auch zu einer entspannteren Weltsicht verhelfen.
Dieser Perspektivenwechsel würde unser Verhältnis zu uns selbst und zu unseren Mitmenschen entkrampfen, ja, er hätte durchaus auch eine 'spirituelle Dimension': Denn was Gläubige tagaus, tagein in ihren Gebeten erflehen, die 'Erlösung von dem Bösen',
liefert uns eine humanistische, rational-wissenschaftliche Weltsicht gewissermaßen 'frei Haus'.
Zu dieser 'Erlösung' bedarf es nämlich keiner göttlichen Gnade, keines wie auch immer gearteten Beistands von oben, sondern lediglich einer kritischenÜberprüfung unserer Annahmen über die Welt. «
Mal ein Standpunkt. Die Orientierung findet aber an vielfältigen Normen statt.
"
"Auch etwa Gerhard Ringeling betont: Das Christentum hat eine bestimmte Kulturerfahrung und prägt von dieser her seine Rezeption neuer Erfahrungen. Integrierung dieser Erfahrungen sei aber auch als disfunktional zu herrschenden Kommunikationstrends aufzufassen.
Dietmar Mieth etwa unterscheidet wie folgt:
Soziale Normen sind nicht durch Einsicht in Gründe begründet, sondern aufgrund sozialer Beziehung und entlasten den Menschen von einer Dauerreflexion des Verhaltens.
Sittliche Normen dagegen integrieren und überbieten biologische oder jurischen Normverständnisse in Richtung
auf eine freie Orientierung menschlichen Handelns und sind Wertvorzugsurteile,
also Abwägungen von Werten unter vorgegebenen Bedingungen, generelle oder relative Vorrangregeln im Falle des Wertkonflikts. Von Normen ist daher erst dann zu sprechen, wenn die Klausel der Anwendung eindeutig geklärt ist.
Deontologische Normen sind Normen, die immer gebieten oder verbieten (etwa: die Wahrheit sagen und die Lüge meiden)
Teleologische Normen gebieten oder verbieten im Hinblick auf die Wirkungen des Handelns und geben daher genau die Umstände an (etwa: die direkte Tötung eines unschuldigen Lebens ist nicht erlaubt).
Wer nicht an die Existenz (standpunktunabhängiger) deontologischer Normen glaubt, kann diese immerhin darin gerechtfertigt sehen, allgemeine Werteinsichten mit höchster Dringlichkeit einzuschärfen. Normative Ethik hat, so Mieth, ihre Stärke in der Abgrenzung des Bösen und damit im Gewinn eines Rahmens für das Gute und ist demnach entweder formal oder kasuistisch. Als Vermeidungsimperative verstandene Normen benennen also das Nicht-Mehr-Gute (Böse), lassen damit aber das Gute als das material Sittliche offen. Für konkrete Urteile sind Erfahrungskontexte, wie für Auer, entscheidend: auf einfachen Werteinsichten ruhen komplexere Werturteile auf, die aus dem Wertkonflikt erst entstehen – aber auch einfache Werteinsichten sind schon keineswegs selbstverständlich. Die dafür nötige Kompetenz beruht auf Erfahrung als integrierender Aneignung (nicht als Empirie, sondern als Experienz, die durch symbolische Muster vermittelt wird)." wiki
Sind schon überholte nicht fassbare Begriffe, wie Moral.
Nicht entscheidbar, also untauglich oder tauglich für Alles, was das Gleiche ist.
