08-02-2015, 21:52
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08-02-2015, 22:06 von Sarandanon.)
(08-02-2015, 19:49)Gundi schrieb: Jo, aber wir sind ja hier in einem Diskussionsforum, da sollte man ja von ausgehen, dass auch diskutiert wird.
Diese Erkenntnis nützt aber Deinem Gegenüber nichts, wenn Du seine Argumente zB deswegen für schlecht hältst, weil Du nicht mit seiner Weltanschauung übereinstimmst.
(08-02-2015, 16:59)Sarandanon schrieb: Dieser Grundsatz existiert so keinesegs natur- oder gottgegeben.
Der Part, der sich mit dem Nächsten beschäftigt ist zumindest gottgegeben. Das die Schöpfung bewahrt werden solle, ist eine menschliche Interpretation, entbehrt aber mMn nicht einer gewissen Logik.
(08-02-2015, 19:49)Gundi schrieb: "Sünde" ist ein theologischer Begriff, mit dem ein Nicht-Gläubiger nichts anfangen kann.
Ich verwende diesen Begriff aus der Sicht eines Gläubigen. Wenn man also nun wissenschaftlich in der Art arbeitet, dass man dadurch Schaden an Mensch und Natur anrichtet, ist dies nicht im Sinne Gottes und somit Sünde. Im weltlichen begeht man uU Gesetzesverstöße und wird evt. verknackt. Ist das verständlicher?
(08-02-2015, 19:49)Gundi schrieb: Was ist denn eine atheistische Weltanschauung?
Eine Anschauung die atheistisch beeinflusst ist, in der die Existenz Gottes verneint wird. Sie könnte individuell oder in einer Gesellschaft praktiziert werden.
(08-02-2015, 19:49)Gundi schrieb: Ich sehe schon die Richtung: Die Schreckenssysteme der Welt sollen mal wieder dem Atheismus angehangen werden.
Aber wie kommst Du darauf? Kann mich nicht erinnern, derartiges geschrieben zu haben. Du reagierst in diesem Punkt ein wenig emotional
(08-02-2015, 19:49)Gundi schrieb: Noch einmal: Atheismus sagt nichts aus über Moral oder gesellschaftliches Zusammenleben.
Der Theismus auch nicht. Aber in den darunter liegenden Ebenen, also zB entweder eine gottbezogene oder eine "gottfreie" Gesellschaft, werden dann schon Regeln, ob nun gut oder böse, entsprechend der Anschauung aufgestellt.
(08-02-2015, 19:49)Gundi schrieb: Systeme wie der Kommunismus in der Sowjetunion mögen vieleicht gegen Religion agiert haben, sie sind aber nicht das zwangsläufige Produkt einer atheistischen Sichtweise.
Du hast doch selbst erklärt: Atheismus ist die Verneinung der Gottesexistenz. Im Kommunismus zB war diese Nichtexistenz eines Gottes Staatsdoktrin. Was ist das wenn nicht eine atheistische Sichtweise?
(08-02-2015, 19:49)Gundi schrieb: Im Gegenteil, gibt es sehr starke Parallelen zwischen Religionen und politischen Ideologien, welche quasi als Ersatzreligion fungieren: Der Glaube an nicht hinterfragbare Schriften, das Anhimmeln einer gottgleichen Führungspersönlichkeit, eine absolute Wahrheit, das Abschotten gegenüber Andersdenkenden...
Auch das beinhaltet atheistische Züge, obwohl damit der Atheismus in solchen Staaten pervertiert wird. Ein Führerkult entspricht sicherlich nicht der Verehrung eines supernaturalistischen Wesens, deswegen gottgleich und womöglich Religionsersatz aber nicht gottselbst und damit automatisch theistisch.
Der Atheist ist ein Kurzsichtiger, der sich in der Brille eines Weitsichtigen gefällt.

