09-02-2015, 19:58
Glaube als "Akzeptanz soziologischer Spielregeln"
"Glaube" (in Anführungszeichen)
Ja, wir haben mit Petronius zusammen mal den Glauben als religiösen Glauben definiert, bei dem im Hintergrund transzendente Entitäten stehen.
Nach den vielen Diskussionen kommt mir jedoch immer mehr zu Bewusstsein, dass "Transzendenz" nicht einmal nötig, sondern bestenfalls Beiwerk ist. Letztlich stecken wir in einer sozialen Welt fest, der so genannten Menschenwelt, die sich bei allen empirischen Erfahrungen als selbstbezüglich heraus stellt - ohne Ausgänge und Hintertürchen.
Nur ist diese Unterscheidung recht willkürlich und bestenfalls historisch zu verstehen. Auch der religiös Gläubige steckt in derselben Menschenwelt fest, auch wenn er selbst das anders zu betrachten gelernt hat. Die religiösen Quellen gehen allesamt auf menschliche Ideen, Formulierungen und traditionelle Gesellschaftsnormen zurück.
Man muss sich aber auch als Glaubender klar machen, dass diese Denkweise aus Zeiten stammen, als die Welt noch aus Himmel, Erde und Hölle bestand, was definitiv in Reich der Mythen gehört.
"Glaube" (in Anführungszeichen)
Ja, wir haben mit Petronius zusammen mal den Glauben als religiösen Glauben definiert, bei dem im Hintergrund transzendente Entitäten stehen.
Nach den vielen Diskussionen kommt mir jedoch immer mehr zu Bewusstsein, dass "Transzendenz" nicht einmal nötig, sondern bestenfalls Beiwerk ist. Letztlich stecken wir in einer sozialen Welt fest, der so genannten Menschenwelt, die sich bei allen empirischen Erfahrungen als selbstbezüglich heraus stellt - ohne Ausgänge und Hintertürchen.
(09-02-2015, 12:50)Gundi schrieb: Das ist imho eine sehr eigentümliche Definition von Glauben, und dass du Glauben in Anführungszeichen setzt zeigt, dass du offensichtlich doch auch noch den religiösen Glauben gesondert betrachtest.Ja, gewissermaßen 'gezwungen', damit in den allgemeinen Fällen klar ist, wovon die Rede ist.
Nur ist diese Unterscheidung recht willkürlich und bestenfalls historisch zu verstehen. Auch der religiös Gläubige steckt in derselben Menschenwelt fest, auch wenn er selbst das anders zu betrachten gelernt hat. Die religiösen Quellen gehen allesamt auf menschliche Ideen, Formulierungen und traditionelle Gesellschaftsnormen zurück.
(09-02-2015, 12:50)Gundi schrieb: Religiöser Glaube ist keineswegs jedwede Form der "Akzeptanz soziologischer Spieregeln".Das Wesen des Glaubens ist immer die Akzeptanz" gesellschaftlicher Vereinbarungen", seien sie antik oder rezent. Bei den antiken, merkt man das nicht so ohne Weiteres.
(09-02-2015, 12:50)Gundi schrieb: Vernunft kann ebenso zu einer solchen Akzeptanz führen ...Schreibe mal ein paar Sätze, um dies zu begründen. Du wirst gar bald merken, dass du immer auf deine Anschauungen (Maximen) über unser Zusammenleben stoßen wirst - früher oder später. Vernunft ist nicht denkbar ohne solche Maximen.
(09-02-2015, 12:50)Gundi schrieb: (Akzeptanz durch Vernunft) hat gegenüber dem religiösen Glauben sogar den Vorteil, Dinge auch gerade nicht akzeptieren zu müssen, wenn sie unvernünftig erscheinen.Yep, du orientierst dich an den in unseren Mythen enthaltenen Widersprüchen oder Anachronismen.
(09-02-2015, 12:50)Gundi schrieb: Auch Empathie spielt für das Aufstellen und Einhalten von Regeln eine Rolle.Richtig! (Und noch viele andere Gefühlsregungen, derer wir fähig sind.)
(09-02-2015, 12:50)Gundi schrieb: Die religiösen Regeln mögen vielleicht auch darauf zurück zu führen sein, was im Umkehrschluss aber nicht jeden zum Gläubigen macht, der sich an Regeln hält.Aber ja! Das Problem ist ein anderes. Religiöse Regeln (eigentlich die Religionsgemeinschaften, oder deren Authoritäten) erklären den Brecher derselben zum Bösewicht.
Man muss sich aber auch als Glaubender klar machen, dass diese Denkweise aus Zeiten stammen, als die Welt noch aus Himmel, Erde und Hölle bestand, was definitiv in Reich der Mythen gehört.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Ekkard

