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Zurvanismus ( = Survanismus ), die uralte Philosophie!
#25
(24-01-2017, 13:28)Sinai schrieb: Hier ist zu sagen, daß die Katharer (Ketzer) gerne Kinder töteten, und zwar aus "Liebe", um die Seele von der bösen körperlichen Hülle zu befreien, damit sie in den Himmel fliege (Wikipedia).
Hier von religiösem "Irrsinn" zu sprechen, halte ich doch für legitim.

Legitim ist es jedenfalls, die Ermahnung auszusprechen, solch unsinniges, aus der Halbbildung geborenes und durch die eigene Phantasie angereichertes Fabulieren in Zukunft zu unterlassen.

Richtig ist, dass es in der Spätzeit der Katharer vereinzelt zu einem Kranken-Consolamentum auch bei Kindern gekommen war und dass diesen danach keine Nahrung mehr verabreicht wurde, was zum Hungertod führte.

Dazu Arno Borst. Die Katharer, 7. Aufl.  1991 Freiburg im Breisgau, Verl. Herder, S. 145f.:
Zitat:Eine weitere Verkirchlichung bedeutet die Konsolierung von Kranken. Schon dass die Mehrzahl der Aufzunehmenden auf dem Sterbebett liegt, ist eine Späterscheinung; der wohl in Südfrankreich ausgebildete Ritus ist es nicht minder. Die vereinfachten Formen des Kranken-Consolamentum erinnern an die christliche Krankentaufe und die Letzte Ölung. Hier werden alle Zeremonien zusammengedrängt, die Übergabe des Vaterunser wird mit dem eigentlichen Consolamentum vermengt und gilt dann oft sogar als der wichtigste Bestandteil der Zeremonie. Am Krankenbett kann nicht mehr die Gemeinde, nur noch der Priester die Kirche der Reinen vertreten. Jetzt werden auch, was den Bogomilen noch ein Gräuel gewesen wäre, Kinder konsoliert, und die Mutter beantwortet die Fragen des Priesters ganz so, als ob sich die ersten Katharer nie gegen die Stellvertretung im Glauben zur Wehr gesetzt hätten. Aber nun, da das Sakrament an die Stelle der mühsam erhungerten Zulassung zur Sekte trat, musste die Heiligkeit auf anderem Wege gesichert werden; so kam es zu jener letzten und furchtbaren Ausweitung des Konsolationsritus, die die Katharer Endura zu nennen pflegten. Dieses Wort hatte zuerst die vorbereitende Fastenzeit des Neulings bezeichnet. Ein Sterbenskranker oder ein Kind konnte diese Prüfungszeit nicht ableisten, und so musste in der Spätzeit des Katharismus die Treue und Heiligkeit dieser Konsolierten dadurch für immer festgelegt werden, dass die Kranken und die Kinder keine Nahrung mehr zu sich nahmen und verhungerten. So wurde die Seele gerettet und verhindert, dass ein Wiedergenesender, der die strengen asketischen Vorschriften für ,Vollendete' nicht einhalten mochte, sich durch Abfall sein Heil verscherzte. Dieses qualvolle Lebensende, das manchmal sieben, ja, selbst zwölf Wochen lang währte, ist jedoch eine Ausnahme geblieben und von den ,Vollendeten' selbst nicht praktiziert worden.
MfG B.
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