(07-05-2017, 00:53)Ekkard schrieb: Ich persönlich bin von Frömmigkeit bzw. frommer Strenge irritiert, weil der Bezug zu einem Mythos so gewertet wird, als sei sein Inhalt genauso wahrnehmbar (messbar, nachweisbar), wie Dinge, die in einem Physik- oder Biologiebuch stehen.
Nunja, so etwas wie 'Menschenwürde' ist genausowenig messbar oder nachweisbar wie die Inhalte religiöser Mythen, dennoch teile ich die diesbezügliche 'Frömmigkeit' (wie sie im deutschen Grundgesetz verankert ist), und sehe darin auch keinerlei 'Behandlungsbedürftigkeit'.
Menschenwürde existiert zwar nur 'kulturell', ist aber nur deshalb keineswegs weniger wichtig als die Dinge, die in einem Physik- oder Biologiebuch stehen.
Ich denke, dass man Religion auf dieser Ebene sehen muss, und nicht als Sammlumg von Tatsachenbehauptungen naturwissenschaftlicher Art.
Ob Theist oder Atheist, letztlich geht es um ein Bekenntnis zu einem kulturellen Weltbild mit einem Moralkodex und gemeinschaftlichen Bezugspunkten, die durch mehr oder weniger traditionsreiche Vorstellungen (Mythen) dargestellt werden.

