19-06-2017, 08:19
(18-06-2017, 09:31)pid=\194932' schrieb:Ihr habt gehört, dass gesagt ist: 'Auge um Auge, Zahn um Zahn.' Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei."
Falls ihr wissen wollt wie ich darüber denke:
Das Auge steht für den Geist, das Innere, weil es Informationen an das Hirn liefert und das Gesehene verarbeitet, bedenkt. Die Denkkraft, die Unterscheidungskraft, die Denkweise, der Gerechtigkeitssinn.
Der Zahn steht für Materie, dem Außen, dem Körperlichen. Die äußere Auseinandersetzung. Ein fauler Zahn muß gezogen werden, ein faules Produkt verschwinden.
Schlagen, das Geschlagen werden, das ist sowohl körperlich als auch geistig möglich. Körperliche Gewallt, und eine gewalltige geistige Auseinandersetzung. Eine seelische Gewallt entsteht wenn diese beiden nicht gerecht sind.
Um die Gewallt an der Seele zu vermeiden, muß sich das Schlechtere, dem Besseren beugen und sich geschlagen zeigen. Sichtbar!
Es muß sichtbar gemacht werden. Wahrnehmbar. Es muß wahrnehmbar sein. Erst wenn etwas sichtbar UND wahrnehmbar ist, ist die Wahrheit vollkommen!
Ein Produkt kann von einem besseren Produkt "geschlagen" werden. Der der das schlechtere Produkt hat muß sich geschlagen zeigen können, wenn die Menschheit zum Besten streben will.
Eine Idee oder Erfindung kann von einer besseren Idee geschlagen werden.
Auch der Mensch kann durch die vielen unterschiedlichen Fähigkeiten, die er hat, von einem anderen in seinem Können geschlagen werden.
Die Natur ist nicht gerecht sie ist exakt. Sie ist "nur" ausgleichend, das Ausgleichen. Natur ist die Aktion, nicht das Urteil!
Natur ist nicht Gerechtigkeit. Die Gerechtigkeit kann nur das Denken bringen, und das bedingt das Auge der Erkenntnis UM den Zahn der Dinge und so automatisch auch der Zeit.
Die Vergänglichkeit muß in allem miteinbezogen werden, alles Äußere kann vom Innerem erkannt werden.
Die Natur (Erde) ist dem Menschen untertan. Ausgeliefert. Dem Denken des Menschen ausgeliefert. Sie kann nur ständig ausgleichen. Der Mensch hat einen GerechtigkeitsSINN.
Der Mensch = Zahn (K) + Auge (G) + Gerechtigkeitsbringer (S).
Nur wenn der Mensch will und es zuläßt dass ein anderes Auge den faulen Zahn zieht, kann Gerechtigkeit auf der Erde sein.
Übel muß, um wirklich übel zu sein, übel auf alles wirken. Wenn nur für mich etwas übel ist, dann ist das kein wirkliches Übel. Ich muß mich wohl oder übel dem besseren beugen. Ich darf diesem Übel nicht widerstreben.
Wenn mich jemand auf die rechte Backe schlägt, es aber nur für mich übel ist, dann biete ich ihm die linke Backe auch an, ich ergebe mich dem Besseren geschlagen. Ich biete ihm nicht die Stirn. Ich bin nicht egostisch. Ich widerstrebe dem Besseren nicht. Ich halte meine Stirn (Denken) zurück und zeige ihm beide Backen.
Wenn jemand beide Backen sieht, dann ist das ein direkter Blick ins Auge des anderen. Wenn jamand nur eine Backe des anderen sieht, so wäre das ein Blick vom anderen weg, eine Abwendung, Ablehnung.
(Außerdem wäre es bildlich gesehen in einem Kampf blöd, wenn man seinen Kopf nicht drehen würde. Da trifft der Folgeschlag die Nase.)
Wenn sich mit mir jemand rechten will und meinen Rock will, dann gebe ich ihm auch noch meinen Mantel wenn er im Recht ist.
Ich entblöse mich vor der Wahrheit, ich stehe lieber nackt da, als im unrecht zu stehen. Ich bin dann die nackte Wahrheit, weil ich mich der Wahrheit ergab. Ich gab der Wahrheit meine Kleider. Ich trage die nackte Wahrheit dadurch, dass ich ihr alles gebe was ich am Leib getragen habe. Ich ziehe mich willendlich vor der Wahrheit aus. Ich lege die Verkleidung, die Täuschung, die Lüge ab.
Wahrheit hat ein Gesicht, das sich zeigen will. Wahrheit darf nicht verdeckt (Kleider) bleiben.
Die Verkleidungenen und Masken der Menschen, zeigen die Wahrheit nicht.
Wenn mich jemand nötigt eine Meilen mit ihm zu gehen, dann gehe ich auch zwei Meilen mit ihm, um durch diese längere Zeit mit ihm, kommen wir der Wahrheit näher. Eine längere Diskusion, auseinandersetzung führt zu besseren Ergebnissen, als wenn ich nur kurzzeitig mit jemanden gehe. Ich gehe mit ihm länger als er verlangte.
Zeit.
Ich schenke dem Nächsten meine Zeit. Ich gehe mit ihm einen gemeinsamen Weg der etwas länger dauerte als gedacht.

