(25-12-2018, 21:45)Sinai schrieb: Daß diese "wise men" (King James Bible) einem Stern folgten, macht sie noch nicht zu "Sterndeutern"
Auch Seefahrer orientieren sich gerne am Nordstern
Diese "wise men" könnten sogar weise Schriftgelehrte aus der jüdischen Diaspora in Babylon gewesen sein
Was soll das? Die Magier beobachteten Sterne und deuteten diese entsprechend. Es ist kein anderer Grund fuer ihre Reise genannt als ihre astrologischen Deutungen. Sie wussten, was sie suchten, weil sie in den Himmel geschaut und dann gedeutet hatten, was sie sahen. Dein Argument ist wertlos, weil es ihr Verhalten nicht erklaert. Auch wenn solch eine Ankuendigung im Buch Numeri steht, bleibt es immer noch Sterndeutung. Zumindest macht die Quelle in Numeri klar, woher Matthaeus seine Inspiration bezog, als er die Weihnachtsgeschichte erfand.
Und was die KJV uebersetzt, interessiert hier niemanden. Heutzutage hat keiner Manschetten, Dinge beim Namen zu nennen, auch wenn es einem Christen der fruehen Neuzeit peinlich gewesen sein mag. Man merke an, dass Magie nur dann als "verboten" galt, wenn sie nicht als von Gott kommend gesehen wurde. Die Orakel der Priester waren vollkommen okay. Jesus wurde in fruehchristlicher Kunst auch hin und wieder als Magier mit einem Zauberstab dargestellt. Auch in der Apostelgeschichte wird dauernd Magie von den Aposteln und anderen christlichen Figuren angewandt; der einzige Unterschied ist, dass die Magie bei Christen "Wunder" genannt wird.
Was die Spezifizierung von drei Magiern angeht, so stammt das von den drei Geschenken. Einige Kirchen des Ostens haben uebrigens eine Tradition von zwoelf Magiern. Die Namen sind auch nur in der Westkirche ueblich. Die frueheste Quelle fuer die Namen ist das Werk, das um das Jahr 500 n. Chr. entstanden ist, das Du genannt hast. Da die syrische, die armenische und die aethiopische Kirche jeweils komplett andere Namen verwenden, spricht das dafuer, dass keiner historisch ist. Noch viel weniger gilt das fuer die Tradition, die die drei Magier als die Koenige von Arabien, von Persien und von Indien beschreibt. Es gibt keinerlei Hinweis, dass hier irgendetwas historisch waere.
Du hast generell eine viel zu hohe Meinung von der Historizitaet von christlichen Legenden. Wir reden hier von einer christlichen Kirche, die selbst Buddha zum christlichen Maertyrer oder Heiligen gemacht hat (sowohl die RKK (27. Nov.) als auch die Orthodoxen (26. Aug./19. Nov.) haben das getan), einfach weil Buddhas Geschichte sich dafuer eignete.

