(24-06-2019, 22:38)daVinnci schrieb: Darwin, Evolution und Gottesfrage: Wider die seltsamen Allianzen.
Der Begründer der Evolutionstheorie war kein Atheist.
Der Religionswissenschaftler Michael Blume wendet sich mit seinem neuen Buch daher gegen eine religionskritische Vereinnahmung Charles Darwins. Denn Menschen zwingen zu wollen, sich zwischen Wissenschaft oder Religion entscheiden zu müssen, sei ein „gefährlicher Schwachsinn“.
Quelle: diesseits.de
PS: Meine Erkenntnis: Atheisten sind "Gläubige" denen die Kraft, bzw. das Wollen zum suchen fehlt!
Meh, viel Substanz ist in dem Artikel nicht zu finden. Die Biographie von David Quammen befasst sich im Prinzip sehr ausfuehrlich mit diesem Thema und arbeitet heraus, wie Darwin im Laufe der Zeit immer mehr den Glauben, den er urspruenglich tatsaechlich hatte, verlor. War er Atheist? Das kann keiner genau sagen. Er wurde auf jeden Fall dem Glauben gegenueber immer distanzierter. Er war nie radikal, nicht zuetzt aus Ruecksicht auf seine Frau, die sehr glaeubig war. Sie war Unitarierin, und sie heiratete ihn, obwohl er sie ueber seinen Skeptizismus bezueglich Gott vorher aufklaerte.
Dass Alfred Russel Wallace Spiritist wurde, sollte eigentlich allgemein bekannt sein. Keine Ahnung, was da jetzt ueberraschen sollte.
Es gibt uebrigens eine ganze Industrie auf der evangelikalen Seite, die bekannten Wissenschaftlern irgendwelche Alterskonversion anhaengen will. Bei Darwin ist die bekannteste Behauptung die von Elizabeth Cotton (Lady Hope), Darwin haette auf dem Totenbett seine Theorie wiederrufen, die man auch noch in diesem Jahr auf vielen religioesen Seiten wiederhot wird, obwohl schon kurz nach der Veroeffentlichung Darwins Kinder klar machten, dass die Geschichte gelogen ist. So etwas haelt sich halt. Zu Einstein und anderen gibt's natuerlich aehnliche Geschichten.
Es ist ganz normal, dass Mensch im Alter den Glauben verlieren. Auch in Deutschland zeigen die Statistiken das; gerade die ueber 60-jaehrigen verlieren den Glauben an Sachen wie das Leben nach dem Tod. Das kommt halt so beim Nachdenken.
Diese Idee von der Unvereinbarkeit von Glauben und Evolutionstheorie hat schon etwas Drolliges. Beide Grosskirchen in Deutschland sehen das nicht so, aber anscheinend ist das immer noch ein Thema, das von evangelikaler Seite am Koecheln gehalten wird. Nun gut, Leute, die an die woertliche Richtigkeit der Bibel glauben, haben halt ein Problem damit. Allerdings haben die sowieso ein grundsaetzliches Problem. Es ist aber natuerlich schoen, wenn Herr Blume ihnen da eine Bruecke bauen will.

