(29-11-2019, 03:47)Ulan schrieb: . . . alte Geschichten fuer woertlich wahr zu halten
Eigentlich schrieb ich nicht, daß ich die Geschichte von der Teilung der Wasser des Jordan wörtlich verstehe
In Beitrag # 1 schrieb ich ja sehr vorsichtig:
(28-11-2019, 13:20)Sinai schrieb: Wer kann diese Bibelstelle interpretieren ?
"Die beiden traten an den Jordan.
Hier nahm Elija seinen Mantel, rollte ihn zusammen und schlug mit ihm auf das Wasser. Dieses teilte sich nach beiden Seiten und sie schritten trockenen Fußes hindurch."
2 Könige 2,7 f
Da ich bei dieser Bibelstelle ziemlich überfordert bin, lud ich die Leser ein, diese Stelle zu interpretieren.
Worauf ich aber hinauswollte: ich hörte vor ein paar Tagen eine Diskussion zu diesem Vorgang, wo einer der Diskussionsteilnehmer meinte, das "schlagen" mit dem zusammengerollten Mantel auf das Wasser des Jordan sähe nach seiner Meinung aus wie ein verbotener Vorgang der Magie
Dann sagte er, daß der Vergleich mit dem Schilfmeer wo Moses beteiligt war, folgenden Satz provoziere: "Quid licet Jovi, non licet bovi. Was Jupiter darf, darf der Esel noch lange nicht." Moses sei ja der höchste Prophet der Bibel und es stelle sich die Frage, ob Elija ebenfalls das Wasser teilen durfte - aus einem banalen Anlaß und ohne lebensgefährliche Flucht
Dann kramte er das Vergehen des Moses hervor, wo er ohne vom Herrn autorisiert zu sein, mit seinem Stab auf einen Felsen "schlug" um Wasser hervorzuzaubern:
"Und Mose erhob seine Hand und schlug den Felsen mit seinem Stab zweimal; da kam viel Wasser heraus, und die Gemeinde trank und ihr Vieh" 4 Mose 20,11 (Elberfelder Bibel)
Dies wird Moses als schwere Verfehlung angelastet und als Strafe durfte er nicht in das Land Kanaan hineingehen
Der andere meinte, daß Elija sehr wohl vom Herrn autorisiert war, mit dem Mantel auf den Fluß zu schlagen
Der erste bestritt dies
Und dann fügte er noch an, daß auch Elija nicht in das Gelobte Land gehen durfte
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Das war eine sehr spannende Diskussion, die meines Erachtens ziemlich unentschieden ausging.
Diese Diskussion fand am Bahnhof statt. Ein Passant und ein Zeuge Jehovas diskutierten hier angeregt, und ich hörte aus zweieinhalb Metern Entfernung 5 Minuten lang zu. Ich tat so, als würde ich im Wachtturm blättern
Ich merkte mir die Geschichte von Elija und dem Jordan
Ich möchte noch anmerken, daß es mir egal ist, wer etwas in theologischen Diskussionen sagt. Da zählen die besseren Argumente
Der erste dürfte ein Anhänger der Elberfelder Bibel gewesen sein, zumindest nannte er sie einmal in der Diskussion. Der andere war wie gesagt ein Zeuge Jehovas
Während der Marsch durch das Schilfmeer auf der Flucht vor den Streitwagen der Ägypter erfolgte, überquerte Elija den Jordan ohne auf der Flucht zu sein
Möglicherweise ist das aber auch eine symbolische Erzählung? Eine codierte Erzählung?
Kodiert ist ein Wort, das ich bei Jan Assmann gelesen habe

