18-04-2020, 11:12
(10-04-2020, 19:03)Ulan schrieb: Ansonsten sind die Zahlen aber auch schwer vergleichbar. Organisierte Religionen wie das Christentum haben relativ solide Zahlen ueber ihre Mitglieder (Nichtkirchenmitglieder werden nicht gezaehlt), wogegen es bei einer unorganisierten Religion wie dem Islam da schon anders aussieht.
Frauenbild in der Religion - gut. Ein User drischt hier ständig auf den C-Kirchen als frauenfeindlich herum.
Aber wie wäre es, wenn wir mal über den deutschen Tellerrand hinausblicken? Wenn wir uns den beiden bevölkerungsreichsten Ländern der Erde zuwenden: Indien und China. Da spielte die christliche Religion für das Rollenbild der Frau nun wirklich keine historische Rolle. Sie haben insgesamt 3.000.000.000, übersetzt = 3 Milliarden Einwohner, Deutschland hat gut 80 Mio = lächerliche 2,6 % ,
Und was finden wir dort vor? In Indien eine Gesellschaft, die ihre Frauen traditionell in der Zeit von Jesus verortet: Vom Eigentum des Vaters in das Eigentum des Mannes. Und damit nicht genug; sind beide tot, wanderte sie in Indien das Eigentum/Verfügungsgewalt des Sohnes über. Schlimmer geht`s nimmer! Wer sich vor einigen Jahren über die Gruppenvergewaltigung einer Studentin (mit Todesfolge) in Gegenwart ihres verprügelten Freundes in Delhi wunderte, findet in dieser wirklich frauenfeindlichen Welt die Erklärung. Alle 15 Minuten wird in diesem Land heute noch eine Frau/Mädchen vergewaltigt. Das ist profane Statistik und keine Religionshistorie. Ergo: Mit Religion haben diese Ekzesse nun wirklich nichts zu tun.
Ähnlich in dem 1,5 Mrd.-Land China. Obwohl sich chinesische Ehemänner ganz offiziell mehrere Konkubinen halten durften, die Ehefrauen mussten nach konfuzianischer Lehre aber die geschlechtliche Treue halten. Um sie an den häuslichen Herd zu binden, wurde ihnen im Kleinkindalter die Füße gebrochen und bandagiert, dass sie nur noch tänzelnd fortschreiten konnten. Einfalt und Bildungslosigkeit waren über Jahrhunderte das Idealbild der chinesischen Frau. Schon Vernachlässigung der Mannes-Eltern war ein Scheidungsgrund. "Wie traurig ist es, als Frau geboren zu sein, nichts auf Erden wird so gering geschätzt..." klagte deshalb eine konfuzianischer Dichter der Frühzeit.....
Das können natürlich nur ein paar Schlagzeilen des Beweises für die Frauenverachtung in nicht-christlichen Ländern sein
@Edi: Darum sollte man hier nicht nur auf die Kirchen und ihre Vergangenheit blicken. Deschner hat eine Kriminalgeschichte "des Christentums" und nicht eine Kriminalgeschichte fremder Kulturen geschrieben. Da ging`s genauso hoch her. Das muss ich auch immer bedenken, wenn ich mir seine 10 Bände aus dem Bücherschrank hole.
Was allerdings schlimm ist, dass Papst Joh. Paul II in den 90ern nur eine vage undifferenzierte Entschuldigung für die Inquisition über die Lippen brachte, schwammig und halbherzig wie immer (z.B. derselbe Papst bei Galileo Galilei), wenn die Kirche argumentativ mit dem Rücken zur Wand stand.
MfG
