10-06-2022, 18:08
(10-06-2022, 13:47)Reklov schrieb:(09-06-2022, 20:16)Ulan schrieb: Es gibt keine grausameren und ausfuehrlicheren Hoellendarstellungen als die im Buddhismus.
... das klingt interessant! Kannst Du mir hierzu mehr angeben oder einen link empfehlen?
Fang mit Naraka an (die englische Version des Artikels ist etwas informativer als die deutsche). Oder, falls Dir Englisch gelaeufig ist, hier ein recht neues Video von einem Religionswissenschaftler:
*https://www.youtube.com/watch?v=xKWmMLlSPsM
Das hat, gerade im Buddhismus, mit Karma-Vorstellungen zu tun.
(10-06-2022, 13:47)Reklov schrieb: ... das Denken über "Gott" erlaubt dennoch jeden kritischen Blick auf die Dogmen der Religionen. So darf auch einer z.B. das Ideal der Demokratie verteidigen, obwohl er es auf diesem Planeten nirgendwo in reinster Form verwirklicht finden wird.
Was hat das damit zu tun, wenn ich die Diskrepanz zwischen Deinen Behauptungen zu Gott und der Welt und Deinen Behauptungen dazu, was Du angeblich ueber Gott und die Welt denkst, anspreche? Du laesst keinerlei Distanz zu den vorgetragenen Gewissheiten erkennen, auch wenn Du nicht muede wirst, uns zu predigen, dass es keine Gewissheiten gaebe.
(10-06-2022, 13:47)Reklov schrieb: Dazu sage ich Dir gerne: Meine Gottesvorstellung ist zunächst mal nur "positiv" besetzt. Anders gesagt: Die von unserer Sprache so vorgestellte "Schöpferkraft" hat wohl anderes im Sinn, als sich über jemand zu belustigen, der an einer verschluckten Fischgräte erstickt!
Nun, Deine spezifische Gottesvorstellung teilt halt nicht jeder. Ist aber schoen, dass Du endlich zugibst, dass Du eine hast. Ich dagegen habe Dir schon oft genug gesagt, dass Deine Predigten, wie wenig wir wissen, zu kurz greifen, denn Du scheinst Dir gar nicht darueber bewusst zu sein, wie wenig wir wirklich wissen, sonst wuerdest Du hier nicht dauernd Deine Gottesvorstellungen vortragen.
Das hier ist uebrigens wieder ein Beispiel fuer den bei Dir zu beobachtenden Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit Deiner Vorstellungen. Es gibt ueberhaupt keinen Grund, einen Schoepfergott oder ein schoepferisches Prinzip positiv zu besetzen. Dass die Schoepfung als negativ begriffen wird, ist in vielen Religionen oder religioesen Bewegungen, auch christlichen, zu sehen.
(10-06-2022, 13:47)Reklov schrieb: ... Du übersiehst vollkommen, dass die Sinnfrage ein philosophisches Thema ist; - und dies zurecht! Dabei geht es aber nicht um Ängste, denn es macht sich ja auch kein Mensch "ängstliche Gedanken" darüber, was denn vor seiner Geburt gewesen sein könnte!
Hat irgendjemand behauptet, das sei kein philosophisches Thema? Ich jedenfalls nicht. Es bin nicht ich, der das Leben als sinnlos ansieht, wenn es mit dem Tod aufhoert. Ist mir aber schon klar, da Du ja alles, was wir im Leben erfahren, als "leere Richtigkeiten" siehst, also so quasi nichts wert, was dann natuerlich das Leben insgesamt als nichts wert erscheinen laesst, so dass die einzige Hoffnung aus dem Sumpf der Verzweiflung das Klammern an eine Gottesvorstellung ist, die das Weiterleben nach dem Tode ermoeglicht.

