24-02-2023, 00:23
(22-02-2023, 11:22)Reklov schrieb: Ekkard (und einige andere Personen) blenden immer wieder gerne aus, dass es nur in gegenständlichen Bereichen für uns Menschen etwas zu "prüfen/messen" gibt. Das ist ebenfalls ein "minderer Wert", den ich mir erlaube, zu kritisieren!Prüfungen sind selbstverständlich immer möglich; oder umgekehrt: Behauptungen, die nicht prüfbar sind, sind einfach "leer" bzw. sinnfrei.
Die Prüfmethode im Gegenständlichen ist die Feststellung (Wahrnehmung, Beobachtung, Messung). Bei sonstigen Thesen ist die Methode natürlich eine andere, nämlich im weitesten Sinne die Logik, mit der das Behauptete auf den Gegenstand der Betrachtung zurück geführt wird. Der "Gegenstand der Betrachtung" kann durch Axiome und Regeln gegeben sein.
Unser Problem beim Glauben, auch wenn er nicht-religiös daher kommt, ist seine Diffusität. Jede/r "Weise" glaubt, dass sie/er mit dem eigenen Glaubensgebäude eine "festes Fundament" besitzt, auf das alle ihre/seine Behauptungen zurück geführt werden können.
Die Kritik richtet sich gegen die mangelnde Schärfe an Definitionen, die dieses Fundament vorgeben.
Das beste Beispiel für ein scheinbar festes Glaubensfundament ist das Lehrgebäude des Christentums. Doch wie wir wissen, ist daran nahezu nichts so "fest", dass nicht auch das Gegenteil seiner Grundforderungen geboten sein kann. Man braucht in diesen Fällen eine Institution, die die mangelhaften Definitionen "interpretiert".
Eine Ideenlehre unterscheidet sich in dieser Beziehung in nichts von einer religiösen Lehre. Ich halte es durchaus für möglich, Thesen regelkonform zu formulieren, so dass sie auf den so definierten Gegenstand der Betrachtung zurück geführt werden können (Prüfbarkeit). Aber ich bezweifle, dass die Regeln (die Definitionen) hinreichend scharf gefasst werden können.
Ich bin sogar fast sicher, dass diese Scharffassung von "sicheren Überzeugungen" nicht einmal gewollt wird - Hintertürchen-Effekt!
Was hier schon fast hörbar als "besser" begrüßt wird, als der Bereich des Gegenständlichen, entpuppt sich bestenfalls als unscharfe Wolke von Überzeugungen, der man stets kritisch begegnen muss. Das gilt vor allem dann, wenn nicht einmal der Versuch gemacht wird, Thesen so zu formulieren, dass man erkennt, wie geprüft werden kann.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Ekkard

