15-07-2023, 15:27
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15-07-2023, 15:29 von Gedankenwelt.)
(10-07-2023, 21:41)Sinai schrieb: Das ist nun schon ein theologisches Problem, was als "heilige Schriften" zu werten ist.
Aber nicht weniger interessant. Das christliche Verständnis sieht in der Bibel ein Zeugnis, nicht das Wort Gottes selbst. Als Gottes Wort nur indirekt, da sie Gotteswort in Menschenwort enthält. Als wortwörtliche Offenbarung ist das Wort Gottes Mensch geworden. Anders als im Islam, wo das Wort Gottes Buch wurde und der Verkünder Zeuge ist, wurde im Christentum das Wort Mensch und die "heilige Schrift" ist Zeugnis.
Da wir im Christentum von keiner Verbaloffenbarung als Heilige Schrift ausgehen, scheint mir die Kanonstreitfrage irrelevant zu sein. Das Buch verkündet Jesus Christus und so sind selbst die Evangelien keine Augenzeugenberichte, sondern als Verkündigungsschriften gedacht und verfasst wurden. Die Bibel soll auf Christus hinweisen, daher ist sie im wahrsten Sinne menschgemacht.

