14-05-2007, 18:40
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14-05-2007, 18:45 von Alanus ab Insulis.)
Leider ist dieser Text ein wenig ungenau und dies ist er in zweierlei Hinsicht.
1. Was seine Wiedergabe und Einschätzung des Dokuments der internationalen, päpstlichen Theologenkommision angeht. Und
2. was die Benützung der theologischen Termini angeht.
"Und so mag in christlicher Sicht am Anfang das Wort gewesen sein, mit ihm aber wurde nicht etwa alles gut, sondern ging zugleich ein Riss durch alle Wirklichkeiten, eine ursprüngliche Spaltung, eine grammatikalische Notwendigkeit: Wer „gut“ sagt, muss auch „böse“ sagen, das eine ist nur in Bezug auf das andere sinnvoll."
Dieses Zitat ist eine völlige Fehlinterpretation des biblischen Schöpfungsglaubens und erstrecht der katholischen Protologie (Schöpfunslehre).
Das Böse ist nicht geschaffen, sondern geworden! Denn der Schöpfungsbreicht schildert uns erst die Schaffung des Kosmos, des Himmels und der Erde, als "sehr gut" (Gen1, 25) und dann den Sündenfall. Und letzerer ist die allegorische Darstellung der Ursünde, als personale Entscheidung des Menschen gegen Gott und für das Böse. Den Verlust der unschuldhaften Beziehung des Menschen zu Gott bezeichnen wir als Erbschuld, die keine, wie oft fälschlich angenommen, persönliche Sünde eines jeden Menschen ist.
"Denn bislang und gemäß der Lehren des Heiligen Augustinus kommen diese Kinder in eine Art Vorhölle, in den so genannten Limbus Infantium. Dort existieren ihre Seelen zwar in einem ewigen Zustand natürlicher Glückseligkeit fort, sind aber von Gott getrennt. Eine nur schwer erträgliche und mittlerweile kaum mehr zumutbare Vorstellung für trauernde Eltern, befand nun der Vatikan. In einem von Benedikt XVI. gebilligten Bericht der Internationalen Theologischen Kommission — sie wurde 2004 von Papst Johannes Paul II. beauftragt — ist nun geklärt, dass auch ungetaufte Babys nach einem frühen Tod „errettet“ werden: Auch sie dürfen sich, sofern sie ohne Sünde sind, „der seligen Schau Gottes erfreuen‘."
Auch dieser Abschnitt ist ungenau. Zwar stimme ich der Einschätzung der Kommision zu, dass die Limbustheorie eine Einschränkung des universalen Heilswillen Gottes und der universalen Satisfaction durch Christus ist, aber von einer Abschaffung wird in dem Dokument kein einziges Mal geredet.
Sr. Sara Butler, Dozentin für Dogmatik am Priesterseminar der Erzdiözese von New York, selbst Mitglied der Kommision, sagte dazu in einer Stellungnahme:
"Das Dokument sagt nichts Neues. [...]Es versucht nur, die theologische Begründung für diese Hoffnung zu erklären. Das Kapitel 22 von Gaudium et Spes und die Kapitel 14 und 16 von Lumen Gentium beim 2. Vatikanischen Konzil haben den Weg für diese Entwicklung geöffnet. [...] Wir sind uns sehr klar darüber, dass der normale Heilsweg nur über die Taufe führt und dass Kinder getauft werden sollten. Katholische Eltern haben hier eine ernsthafte Verpflichtung. [...] Das Dokument macht keine Pauschalerklärung. Es versucht nur zu rechtfertigen, dass die Hoffnung vernünftig ist, dass diese Kinder ebenfalls der besonderen Vorsehung Gottes anvertraut sind. Wir hoffen, dass Gott sie in seinem rettenden Erbarmen annimmt. [...]
Jeder, der diese Theorie [vom Limbus infantium] verteidigen möchte, ist frei dies zu tun. Dieses Dokument versucht nur eine Antwort zu geben, warum es eine begründete Hoffnung gibt, dass auch ungetaufte Kinder gerettet werden können." (Zitat von kath.net)
1. Was seine Wiedergabe und Einschätzung des Dokuments der internationalen, päpstlichen Theologenkommision angeht. Und
2. was die Benützung der theologischen Termini angeht.
"Und so mag in christlicher Sicht am Anfang das Wort gewesen sein, mit ihm aber wurde nicht etwa alles gut, sondern ging zugleich ein Riss durch alle Wirklichkeiten, eine ursprüngliche Spaltung, eine grammatikalische Notwendigkeit: Wer „gut“ sagt, muss auch „böse“ sagen, das eine ist nur in Bezug auf das andere sinnvoll."
Dieses Zitat ist eine völlige Fehlinterpretation des biblischen Schöpfungsglaubens und erstrecht der katholischen Protologie (Schöpfunslehre).
Das Böse ist nicht geschaffen, sondern geworden! Denn der Schöpfungsbreicht schildert uns erst die Schaffung des Kosmos, des Himmels und der Erde, als "sehr gut" (Gen1, 25) und dann den Sündenfall. Und letzerer ist die allegorische Darstellung der Ursünde, als personale Entscheidung des Menschen gegen Gott und für das Böse. Den Verlust der unschuldhaften Beziehung des Menschen zu Gott bezeichnen wir als Erbschuld, die keine, wie oft fälschlich angenommen, persönliche Sünde eines jeden Menschen ist.
"Denn bislang und gemäß der Lehren des Heiligen Augustinus kommen diese Kinder in eine Art Vorhölle, in den so genannten Limbus Infantium. Dort existieren ihre Seelen zwar in einem ewigen Zustand natürlicher Glückseligkeit fort, sind aber von Gott getrennt. Eine nur schwer erträgliche und mittlerweile kaum mehr zumutbare Vorstellung für trauernde Eltern, befand nun der Vatikan. In einem von Benedikt XVI. gebilligten Bericht der Internationalen Theologischen Kommission — sie wurde 2004 von Papst Johannes Paul II. beauftragt — ist nun geklärt, dass auch ungetaufte Babys nach einem frühen Tod „errettet“ werden: Auch sie dürfen sich, sofern sie ohne Sünde sind, „der seligen Schau Gottes erfreuen‘."
Auch dieser Abschnitt ist ungenau. Zwar stimme ich der Einschätzung der Kommision zu, dass die Limbustheorie eine Einschränkung des universalen Heilswillen Gottes und der universalen Satisfaction durch Christus ist, aber von einer Abschaffung wird in dem Dokument kein einziges Mal geredet.
Sr. Sara Butler, Dozentin für Dogmatik am Priesterseminar der Erzdiözese von New York, selbst Mitglied der Kommision, sagte dazu in einer Stellungnahme:
"Das Dokument sagt nichts Neues. [...]Es versucht nur, die theologische Begründung für diese Hoffnung zu erklären. Das Kapitel 22 von Gaudium et Spes und die Kapitel 14 und 16 von Lumen Gentium beim 2. Vatikanischen Konzil haben den Weg für diese Entwicklung geöffnet. [...] Wir sind uns sehr klar darüber, dass der normale Heilsweg nur über die Taufe führt und dass Kinder getauft werden sollten. Katholische Eltern haben hier eine ernsthafte Verpflichtung. [...] Das Dokument macht keine Pauschalerklärung. Es versucht nur zu rechtfertigen, dass die Hoffnung vernünftig ist, dass diese Kinder ebenfalls der besonderen Vorsehung Gottes anvertraut sind. Wir hoffen, dass Gott sie in seinem rettenden Erbarmen annimmt. [...]
Jeder, der diese Theorie [vom Limbus infantium] verteidigen möchte, ist frei dies zu tun. Dieses Dokument versucht nur eine Antwort zu geben, warum es eine begründete Hoffnung gibt, dass auch ungetaufte Kinder gerettet werden können." (Zitat von kath.net)
Omnis mundi creatura quasi liber et pictura nobis est et speculum.
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Jedes Geschöpf der Welt ist sozusagen ein Buch und Bild und ein Spiegel für uns.
(Alanus ab Insulis, Theologe, Philosoph und Dichter)
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Jedes Geschöpf der Welt ist sozusagen ein Buch und Bild und ein Spiegel für uns.
(Alanus ab Insulis, Theologe, Philosoph und Dichter)

