17-08-2025, 19:45
(17-08-2025, 17:42)subdil schrieb: Schon seit längerem beschäftigt mich eine Frage, deren Ausformulierung an sich schon ein Problem ist. Es geht um um die Fragestellung, wie groß einerseits unser Einfluss auf das Weltgeschehen ist, andererseits aber auch wie groß der Einfluss des Weltgeschehens auf uns ist
ich würde, wie eigentlich immer, sagen: das hängt davon ab. in der regel wird ersteres gering sein, zweiteres ggf. erheblich
Zitat:Und dabei geht es jetzt gar nicht mal unbedingt darum, was wir bewusst in der Welt verändern wollen, sondern in erster Linie darum, was unser Dasein auf der Erde durch eine sehr komplizierte und komplexe Kausalkette verursacht und auslöst
du meinst so in der art von "schmetterlingseffekt"?
Zitat:Ein ganz simples Beispiel: Ich will mit dem Bus zu einem Termin fahren. Nun hat aber der Bus Verspätung, ich komme zu spät und kann den Termin nicht mehr wahrnehmen. Nur dadurch, dass ich zu spät dran bin und den Termin nicht wahrnehmen kann, treffe ich "zufällig" (oder eben auch nicht) einen alten Freund, den ich seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Der lädt mich zu seiner Geburtstagsfeier ein, auf der ich eine Frau kennen lerne, mit der ich schließlich eine Beziehung anfange usw... Die Inhalte waren jetzt einfach frei erfunden und gewählt, es geht darum, dass aus etwas so simplem und scheinbar ärgerlichem wie einem verspäteten Bus und einem verpassten Termin letztendlich etwas hervorgehen kann, was so viel wertvoller als der verpasste Termin ist, dass es jede Skala sprengt. Genauso geht es aber auch andersrum: Natürlich können solche Einflüsse auf unser Leben immer auch ins Negative ausarten
oder überhaupt keine auswirkung haben. das wird in aller regel auch so sein, deine konstruierte "kausalkette" (eigentlich nur eine ansammlung von koinzidenzen) ist ja nicht allzu wirklichkeitsnah
Zitat:wenn man bedenkt, wie viele Faktoren im Leben eine Rolle spielen, kann man eigentlich nur zu dem Ergebnis kommen, dass wir Teil eines unglaublich komplizierten kosmischen Netzwerkes sind
was meinst du mit "netzwerk"?
daß du in alles eine teleologie hineindenkst?
Zitat:Im Grunde geht es darum festzustellen, ob es eine kollektive Ebene des Daseins gibt, die wirklich ganz real existiert, die aber die meiste Zeit für uns unsichtbar ist
was wäre das bzw. könnte es sein?
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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