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Gesicherte Erkenntnis - und Zweifel
#1
Verehrte Forum-user,

... auch in 2026 begegnen sich in diesem RELIGIONSFORUM 2 Welt-Deutungen. Eine Gruppe nutzt die Quellen des Glaubens, bedient sich der mythologischen Ausdrucksweise, - die andere nutzt die Quellen des Wissens und teilt sich u.a. mit Hilfe der Zahlensprache und über korrekte Ergebnisse mit. 
Eine andere Gruppe versucht wiederum beide Welt-Deutungen in Einklang zu bringen. Jede Denk-Form verwendet auf ihre Weise die vielfältigen Möglichkeiten, welche sich dem Bewusstsein des Menschen anbieten.

Damit auch dieses Jahr nicht wieder unnötige Häme, zänkische Rechthaberei und herablassende Entwertung die Beiträge der user überschatten, gebe ich folgende Anregung:

Sir Karl Popper (Naturwissenschaftler, Professor für Logik und wissenschaftliche Methoden) machte den einst von R. Descartes ganz nach vorne gestellten „ZWEIFEL“, erneut aktuell.
Diesen Zweifel hatte R. Descartes einst mit seinen bekannten 4 Regeln für die Erkenntnis, die auch den Zweifel leiten, bestens ausformuliert: Evidenz, Analyse, Synthese, Review.

Wir Menschen brauchen beides, die Anschauung und das Denken. Hätten wir nur die Anschauung (Beobachtungen), würden wir im Chaos der Sinneseindrücke untergehen. Erst die Vernunft, welche z.B. alles in Kausalitäten bringt, führt zur Erkenntnis. Hätten wir aber nur die Vernunft, ohne die Anschauung, - über was sollte dann die Vernunft nachdenken?


I. Kant merkte an: Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind. Erst beides führt zum Erkenntnisprozess!

WISSEN:
Auch K. Popper schloss sich dieser Ansicht an: Wir brauchen Empirie und den Verstand. – Wenn sich aber die Empirie immer ändert, ändern sich auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse. Es gibt also keine absolut sicheren Erkenntnisse! - Der Naturwissenschaftler führte dabei das Beispiel der „weißen Schwäne“ an, welche lange als wissenschftlich gesichert galten, bis - auf einer Expedition in Patagonien - erstmals schwarze Schwäne gefunden wurden.
Seine Kernidee: Wissenschaft wächst nicht durch Bestätigung, sondern durch das Widerlegen von Hypothesen, und eine offene Gesellschaft lebt von Toleranz, Freiheit und der kritischen Auseinandersetzung, um gesellschaftliche Probleme schrittweise zu lösen.

GLAUBE;
Der schwierige Gang durch die Geschichte der Religionen zeigt, dass sich u.a. Descartes, Pascal, Kant und Hegel im ausführlichen Bedenken gegen die religionskritischen Einwände von Feuerbach, Marx und Freud geäußert haben.
Die (auch hier im Forum) anhaltende Substanz einer Diskussion bleibt also nach wie vor weniger zufriedenstellend.
Der seit jeher so vielen Meinungen ausgesetzte Begriff „Gott“ könnte z.B. neutral und modern als 
> das Unendliche im Endlichen < bezeichnet werden, > die Transzendenz in der Immanenz< 
oder > das Absolute im Relativen <.

Der Mensch kann nun zu dem Wort „Gott“ (s)einen, wie auch immer gearteten Bezug aufnehmen, oder nicht. Keinesfalls aber darf er erwarten, dass dieser Begriff für ihn in irgendeiner Weise „verfügbar“ wird!
Bei all den vielen Forum-Beiträgen sollte besser beachtet werden, dass jeder user nur (s)eine Meinung/Ansicht zu einem Thema anführen kann. 
Deshalb sollte bitte auch jede aggressive, personenbezogene Entwertung unterlassen werden, weil kein user, ob gläubig oder nicht, „allwissend“ ist!

Nicht durch Verifikation, sondern durch das Suchen nach Gegenbeispielen wird Wissenschaft vorangetrieben. Wissen ist immer nur Vermutung, aber durch die Korrektur von Fehlern nähern wir uns der WAHRHEIT an ...

K. Popper meinte, dass es überall so wäre und so musste auch Newton auf manche Weise durch Einstein „ersetzt“ werden.
Er kam zu dem Ergebnis; > Wir haben es, - auch in der sichersten, besten Wissenschaft, durchwegs mit Vermutungswissen zu tun. <
Der wissenschaftliche Fortschritt besteht darin, Irrtümer zu finden und durch etwas Besseres zu ersetzen: Durch eine bessere Hypothese.

Es bleibt: Kritisches Denken = Zweifel

Dies sollte auch bei all den so engagierten Beiträgen in diesem Forum beachtet werden, denn kein user kann behaupten, dass er allein „richtig liege“, auch wenn er wissenschaftliche Details besser darstellt. 
In der Forum-Gesprächsrunde entsteht nur eine kleine Sammlung winziger Mosaik-Steine, welche sich dem unüberschaubaren „kosmischen Mosaik“ entnehmen lassen.
So sollte u,a, tolerieriert werden können, dass es außer der physischen und psychischen Welt (wie wir sie erfahren/kennen) auch noch eine uns unbekannte dritte Welt geben könnte. (?)
Dies hat auch nichts mit „magischem Denken“ zu tun, sondern schließt jedes für uns Unbekannte, auf eine einfache Weise in Denkstrukturen ein – lässt „Möglichkeiten“ zu und sortiert diese nicht gleich voreilig aus!

Die stets so heftig umstrittene „Gottes--Idee“ begleitet die Kulturkreise der Völker seit jeher. Sie reicht von konkreten persönlichen Vorstellungen bis hin zu abstrakten philosophischen Begriffen – und bildet ja auch in diesem Forum reichlichen Diskussionsstoff, - weil eben auch dieser Gedanke nun mal zum Inhalt menschlicher Bewusstseinsebenen gehört, - ungeachtet, ob und wie er verneint oder bejaht wird.

Hoffe sehr, dass in 2026 die so unterschiedlichen Forum-Beiträge von mehr Toleranz und einem höflicheren Umgangston begleitet werden und sich kein user über den anderen erheben will.

Wünschenswert wäre also u.a. die Einhaltung der klaren Forum-Regeln, sowie deren konsequente Kontrolle durch die zuständigen Moderatoren. Weder Gläubige noch Ungläubige sollten sich gegenseitig als „gestört“ bezeichnen – und zwar einfach deswegen, weil alles Wissen über die Welt nur Deutung ist, ungeachtet, ob diese mit Mathematik oder anderen „Beweisen“ untermauert wird!
Sachlich vorgetragene Kritik ist jedoch immer willkommen und auch jederzeit erwünscht. Weniger förderlich sind die öfter vorgetragenen kurzen Verneinungen - ohne jegliche Begründung, wie z.B. „nö“, „falsch“ oder "Unsinn" … etc.


Wünsche euch allen ein erfreulich verlaufendes 2026

Gruß von Reklov
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Gesicherte Erkenntnis - und Zweifel - von Reklov - 02-01-2026, 14:31

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