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Das Mysterium der menschlichen Ich-Identität
#32
(29-12-2025, 01:01)Ulan schrieb: "Ich" ist, wie so oft in unserer sprachlichen Begrifflichkeit, eine gedankliche Abkuerzung. Genau wie wir bei "Natur" oder "Leben" nicht jedes Mal Lust darauf haben, alles, was wir unter diesem Begriff zusammenfassen, aufzuzaehlen, begreifen wir, wenn wir vom "Ich" sprechen, die Summe aller Dinge, Eigenschaften und Phaenomene, die wir als das empfinden, was uns ausmacht. Dazu gehoeren halt "mein Koerper" (einfach im Unterschied zu allen anderen Koerpern) oder "mein Gehirn", aber auch "meine Gedanken", "meine Gefuehle", also unser ganzes Kopfkino, das in den Wachstunden an ist. Beim Koerper sollte man noch anmerken, dass wir eben nicht nur 5 Sinne haben. Wir haben auch einen Koerpersinn, der uns durch Stellrezeptoren jederzeit wissen laesst, wo sich jeder einzelne Teil unseres Koerpers zu jedem Zeitpunkt befindet, auch wenn wir ihn nicht sehen, und so unser Koerpergefuehl erzeugt. Geht dieses Koerpergefuehl verloren, wie in medizinischen Ausnahmesituationen, kann es zu "out of body"-Erfahrungen kommen.

"ich" unterscheidet also vom "Du" oder vom "Anderen". Es ist ein sehr praktischer Begriff.

... ICH ist u.a. mit dem Wort "Mensch" verbunden. Die hier aufgeführten Beiträge übersehen, dass allein schon dieser Begriff nicht eindeutig definiert ist. Er hat in der Bibel eine andere Zuordnung, als in der Philosophie und als juristische Person ist er als ein Rechtssubjekt mit eigenen Rechten und Pflichten gemeint.
In Kants Menschenbild ist >die Würde des Menschen< ein zentraler Aspekt, die sich aus seiner Vernunftfähigkeit und moralischen Natur ableitet.
Die wissenschaftliche Definition des Menschen redet wiederum anders über den Homo sapiens: Dieser ist ein hoch entwickeltes Lebewesen, besitzt komplexe kognitive Fähigkeiten, Sprache, Selbstbewusstsein, lebt Kultur, besitzt die Fähigkeit zur Reflexion, Moral und Ethik. Und was z.B. den "Mann" angeht, so erbt er, wie die meisten anderen männlichen Säugetiere in der Regel ein X-Chromosom von der Mutter und ein Y-Chromosom vom Vater. 

Kinder beginnen meist zwischen 2 - 3 Jahren mit der Ich-Form, nachdem sie ihr eigenes ICH als eigenständige Person erkannt haben.

Jesus merkte dazu an, dass das ICH des Menschen auf Erden zwei Gesetzen unterworfen ist: Gott zu lieben und seinen Nächsten zu lieben. Aus diesen beiden Gesetzen leitet sich jedes Gesetz ab. 

Man sollte auch die Form des Menschen im Verlauf der Evolution beachten. Diese hört ja nicht beim affenähnlichen Vorfahren auf, sondern durchläuft viele Stufen: vom ersten Landtier, bis zurück in die Form eines Fisches ... usw. - Welche körperliche Form und welches verändertes Bewusstsein also das ICH in z.B. 2 Millionen Jahren haben wird/könnte, vermag keiner zu sagen ... ebensowenig, wie jemand etwas Korrektes über das ICH eines Neandertalers und dessen Maß an symbolischem oder abstraktem Denken sagen kann.

Gruß von Reklov


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RE: Das Mysterium der menschlichen Ich-Identität - von Reklov - 04-01-2026, 16:46

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