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Das Mysterium der menschlichen Ich-Identität
#40
Ihr habt nun in diesem Thread viel darüber diskutiert, wie "real" wohl Nahtoderfahrungen sind. Ich bin mittlerweile zu dem Ergebnis gekommen, dass diese Frage vielleicht gar nicht so entscheidend ist. Entscheidend ist, was solche Erfahrungen mit den Menschen machen, die sie haben. Es gibt sehr viele Fälle, bei denen Menschen, die zuvor gar nichts mit Spiritualität oder Religion zu tun hatten, plötzlich einen Zugang zu diesen Bereichen bekommen haben. Ich erinnere mich vage an einen Fall, in dem ein Atheist durch ein solches Erlebnis so sehr beeindruckt wurde, dass er danach beschloss, Pastor zu werden. 

Entscheidend ist auch, dass es sowohl positive wie auch negative Nahtoderfahrungen gibt - also Himmelserlebnisse und Höllenerlebnisse. Dies ist mittlerweile sehr gut dokumentiert, auf YouTube findet man beispielsweise tonnenweise Material dazu, auch sehr viele Interviews mit "Betroffenen", die schildern, wie überwältigend sowohl die positiven wie auch die negativen Erfahrungen waren. 

"Wie real" waren diese Erfahrungen nun? Ich würde sagen: Real genug! Bitte bedenkt dabei, dass es praktisch Konsens ist, dass sich diese Erfahrungen "realer als das irdische Leben" anfühlen. Das wurde schon so oft von Betroffenen gesagt, dass es mittlerweile als gesichert gelten kann. Trotzdem bleibe ich dabei, dass dies eher eine philosophische Frage ist. Entscheidend ist der Effekt, den diese Erfahrungen auf die Menschen haben - oftmals ist ein klarer Schnitt in der Biographie zu erkennen. 

Die Tatsache, dass es auch Höllenerfahrungen gibt, widerlegt außerdem zweifelsfrei die materialistische These, dass es sich bei diesen Erfahrungen um Illusionen des Gehirns handelt, um den Sterbenden zu beruhigen. Wäre dies der Fall, gäbe es nur Himmelserlebnisse, keine Höllenerlebnisse. 

Um aber auch mal wieder ein bisschen zum eigentlichen Threadthema zurückzukommen: Was ist es denn, was diese Erfahrungen macht? Da in der Regel ein Verlassen des Körpers und eine anschließende Rückkehr in diesen geschildert werden, kann man davon ausgehen, dass es der Geist bzw. die Seele bzw. Geist und Seele sind, die diese Erfahrungen machen. Und dies dürfte auch der Grund dafür sein, dass sich diese Erfahrungen "realer als real" bzw. "realer als das irdische Leben" anfühlen - weil eben, wie ich es schon oft gesagt habe, der menschliche Körper, also das Gehirn und die fünf Sinne, an sich schon eine Beschränkung in der Wahrnehmung der Welt bedeuten. 

Aber ich weiß, ich weiß - euch kann nichts jemals überzeugen. Auch das werdet ihr wieder mit einer Mischung aus Wissenschaftlichkeit, Sarkasmus und Überlegenheitsgefühl beiseite wischen. Ich muss sagen, dass ich Nichtgläubige immer weniger verstehe, was auch ein Grund dafür ist, warum ich hier nur noch selten schreibe. Ich kann nicht verstehen, wie und warum man sich so dermaßen dagegen abriegeln kann, die Erkenntnisse zu bekommen, die wirklich zählen. 

Glücklicherweise brauchen die meisten Menschen keine Nahtoderfahrung, um zu erkennen, dass man eine Beziehung zu Gott und zur geistigen Welt aufbauen muss, wenn man einen Schutz haben will für das Jenseits. Das dies notwendig ist, zeigen die genannten Höllenerlebnisse. Es gibt auch negative Erlebniswelten auf der anderen Seite - um diese zu vermeiden, so lehrt uns die Bibel, dürfen wir das vollbrachte Erlösungswerk von Jesus Christus annehmen. Es ist ein Geschenk. 

Im Übrigen will man diese negativen Orte überhaupt nicht erleben, auch nicht temporär. Und eben genau deshalb kann ich Nichtgläubige so langsam nicht mehr verstehen. Wie kann man darauf verzichten, sich einen Schutz, nennen wir es eine Versicherung fürs Jenseits, anzulegen? Das wäre ja so, wie in der Badehose und ohne jegliche Ausrüstung den Mount Everest besteigen zu wollen. Ich will wirklich niemandem Angst machen, aber ich könnte mir jedenfalls nicht mehr vorstellen, ohne diesen Schutz zu leben. Deshalb will es mir nicht in den Kopf, wie man da aktiv dagegen arbeiten kann. 

Aber gut, Menschen sind eben unterschiedlich und vielleicht habt ihr ja auch gewisse Überzeugungen, die ihr hier einfach nie erwähnt. Vielleicht ist das die Erklärung für euren von mir so wahrgenommenen und gefühlten Starrsinn, dass ihr über euren Glauben einfach nicht reden wollt - das wäre jedenfalls nachvollziehbarer als die Alternative, dass ihr nämlich tatsächlich trotz eurer Intelligenz in diesem Punkt so ignorant wärt.


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RE: Das Mysterium der menschlichen Ich-Identität - von subdil - 07-01-2026, 23:26

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