(07-01-2026, 23:26)subdil schrieb: Die Tatsache, dass es auch Höllenerfahrungen gibt, widerlegt außerdem zweifelsfrei die materialistische These, dass es sich bei diesen Erfahrungen um Illusionen des Gehirns handelt, um den Sterbenden zu beruhigen. Wäre dies der Fall, gäbe es nur Himmelserlebnisse, keine Höllenerlebnisse.
Von wem ist denn jetzt wieder diese "materialistische These"? Von jemandem hier nicht. Dass es hierbei um den Umgang mit Todesangst geht, war die These. Der grundsaetzliche Charakter eines Menschen aendert sich dabei nicht.
(07-01-2026, 23:26)subdil schrieb: Um aber auch mal wieder ein bisschen zum eigentlichen Threadthema zurückzukommen: Was ist es denn, was diese Erfahrungen macht? Da in der Regel ein Verlassen des Körpers und eine anschließende Rückkehr in diesen geschildert werden, kann man davon ausgehen, dass es der Geist bzw. die Seele bzw. Geist und Seele sind, die diese Erfahrungen machen.
Oder man erklaert es so, wie ich das getan habe.
(07-01-2026, 23:26)subdil schrieb: Und dies dürfte auch der Grund dafür sein, dass sich diese Erfahrungen "realer als real" bzw. "realer als das irdische Leben" anfühlen - weil eben, wie ich es schon oft gesagt habe, der menschliche Körper, also das Gehirn und die fünf Sinne, an sich schon eine Beschränkung in der Wahrnehmung der Welt bedeuten.
Oder wie ich sagte: wenn das Gehirn nur noch vereinzelt oder gar keine Sinneseindruecke vom Koerper mehr geliefert bekommt, muss es ohne Sinnesinput sein Weltmodell bauen; und das ist dann zwangslaeufig genau so, wie es das moechte.
(07-01-2026, 23:26)subdil schrieb: Im Übrigen will man diese negativen Orte überhaupt nicht erleben, auch nicht temporär. Und eben genau deshalb kann ich Nichtgläubige so langsam nicht mehr verstehen. Wie kann man darauf verzichten, sich einen Schutz, nennen wir es eine Versicherung fürs Jenseits, anzulegen? Das wäre ja so, wie in der Badehose und ohne jegliche Ausrüstung den Mount Everest besteigen zu wollen. Ich will wirklich niemandem Angst machen, aber ich könnte mir jedenfalls nicht mehr vorstellen, ohne diesen Schutz zu leben. Deshalb will es mir nicht in den Kopf, wie man da aktiv dagegen arbeiten kann.
Dir will es nicht in den Kopf, weil Du alle Antworten dazu aktiv verdraengst. Wir kennen dieses "Geschenk" nur aus der Bibel, und die bewahrt uns auch noch den Prozess, durch den sich die Vorstellung von diesem "Geschenk" entwickelt hat. Und da bleibt dann einfach nur sehr viel menschliche Verlustangst und Verdraengung einer Taeuschung und eines persoenlichen Scheiterns uebrig. Es ist schon faszinierend, wie mit solch einer gescheiterten Prophezeiung damals umgegangen wurde, aber dasselbe beobachtet man auch heute noch immer wieder (siehe z.B. Zeugen Jehovas). Anstatt sich der Enttaeuschung zu stellen, werden die Ersatzerklaerungen immer elaborierter, wobei sie dann auch "transzendiert" werden - also an einen unerreichbaren Ort verschoben - um sie der Moeglichkeit beobachtbaren Scheiterns und der damit verbundenen erneuten Enttaeuschung zu entziehen. Aber das hat jetzt mit dem Thema gar nichts mehr zu tun.


