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Was müsste geschehen damit ihr an das Metaphysische glaubt?
#35
(13-01-2026, 18:31)Ulan schrieb: Der Lack ist generell ab. Keine Zahl illustriert dermassen, dass Deutschland heutzutage ein saekulares Land ist, wie, dass nur noch 5% unserer Bevoelkerung den Glauben lebt, und zwar alle Religionen zusammengerechnet. Selbst in sicher geglaubten Bastionen wie Suedamerika broeckelt es. Und die Sache mit den 10 Geboten: diese bestaendigen Gebote sind allgemeine Regeln aller menschlicher Gesellschaften, nicht nur des Christentums.

Wie auch immer: ich habe ja gar kein Privileg darin, jeglichen Glauben verloren zu haben, denn das wird mehr und mehr zum Normalfall. Ich habe das eventuell etwas ueberlegter getan als manch einer, der Religion gegenueber nur Desinteresse verspuert, aber gerade das macht die Frage nach einer eventuellen "Umkehr" ja so vergebens. Wer meint, meine naturwissenschaftliche Bildung waere "schuld" an meinem mangelnden Glauben, irrt. Den Sargnagel fuer irgendwelchen diffusen Rest-Glauben hat das Lesen der Bibel geliefert.

Eben. Nicht ich suche meinen Glauben hier in naturwissenschaftlichen Beobachtungen; das ist ja auch eher Deine Spezialitaet.

Ach naja, schoene Sprueche helfen hier auch nichts. Und bitte, es ging darum, dass Gott als Subjekt der Empirie ein Problem hat. Ich verstehe dabei lediglich nicht, warum hier Leute dauernd mit Gottesbeweisen und aehnlichem Unfug ankommen; es bringt nichts, man muss ihn gar nicht widerlegen. Glauben darf hier jeder, was er will; nur wenn er ueberzeugen will, muss er mit etwas mehr ankommen als nur fehlgeleiteter Empirie.

... der Bibeltext, welchen du als "Sargnagel" für deinen Glauben bezeichnest, zeigt ja gerade, mehr als deutlich, dass du nicht beachtest, was "Gott" im Bibeltext dem Mose zu verstehen gibt: >> Ich bin, als der ich da einst seine werde. << - Das bedeutet nichts weiter, als dass sich die "Sicht auf Gott" unter den Menschen stets ändern/verändern wird!

Die Glaubensbilder haben sich heute (aus bekannten Gründen!) verändert! Man glaubt an die Quantenphysik, an die Multiversum-Theorie und andere Dinge. Man kann auch glauben, ohne an eine Religion gebunden zu sein, dass mindestens ein omnipotentes Wesen existiert, dass die Gesetze dieses Universums verändern kann ... 

Es ist grundsätzlich schwierig, einen Atheisten zu finden, der nicht an menschliches Wissen gebunden ist! - Jeder Atheist wird sich an die Idee klammern, dass das von der Menschheit produzierte Wissen dem von der Menschheit produzierten Unsinn entgegengesetzt ist  - und "natürlich" will er auf der richtigen Seite stehen! Auch er widerspricht sich aus Eitelkeit selbst, übersieht zudem, dass die großen Denker und Rationalisten, welche die Grundlagen der sich dann weiter entwickelnden Wissenschaften schufen, Männer des Glaubens waren.

Die Wissenschaft wird niemals die Existenz oder Nichtexistenz Gottes beweisen können, weil "Gott" nicht falsifizierbar ist! Daher ist es logisch unmöglich, zu einer "Theorie Gottes" zu gelangen. Das macht die Wissenschaft nicht zu einem atheistischen, sondern zu einem agnostischen Erkenntnissystem. Es ist wichtig, dass dieser Unterschied, nicht nur hier im Forum, besser hervorgehoben wird!

Neulich hörte ich im >Klassik-Radio< ein Zitat von A. Einstein, welches gut zu dem seit jeher so eifrig umkreisten Gottesthema passt:
>> Logik bringt dich nur von A nach B. - Fantasie bringt dich überall hin. <<  

Gruß von Reklov
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RE: Was müsste geschehen damit ihr an das Metaphysische glaubt? - von Reklov - 16-01-2026, 19:15

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