19-01-2026, 23:32
(08-01-2026, 15:58)Reklov schrieb:Mal davon abgesehen, dass (wissenschaftliche) Modelle gar keine Darstellung der Realität sind, ist dein Posting keine Entgegnung, sondern reproduziert nur, was Wissenschaft ausmacht. Ich wiederhole mich: Modelle sind Konstruktionen, die ähnlich wie Algorithmen funktionieren. Sie sind dazu da, Messwerte im Rahmen der Mess- und Beobachtungsunsicherheiten zu reproduzieren. Von "Realität" sollte dabei nicht gesprochen werden sondern von Anschauung. (Die allermodernsten Modelle sind nicht einmal das!)(08-01-2026, 01:48)Ekkard schrieb: ...
Die Modelle sind allesamt besser als jedes empirisch nicht abgesicherte Gedankengebäude!
... dem möchte ich entgegen halten: Wissenschaftliche Modelle sind vereinfachte Darstellungen der Realität, die komplexe Systeme handhabbar machen. Dabei werden Merkmale hervorgehoben und unwichtige Details weggelassen, um Phänomene zu erklären, zu analysieren - z.B. Klimamodelle vorherzusagen oder Teilchenmodelle zu veranschaulichen. - Sie dienen als Orientierungshilfen und ermöglichen Simulationen. Auch unterstützen sie die Entwicklung neuer Theorien und sind wichtig für die Kommunikation. Man muss jedoch ihre Grenzen und den Abstraktionsgrad erkennen und bei Bedarf anpassen.
(08-01-2026, 15:58)Reklov schrieb: Keinesfalls sind wissenschaftliche Modelle "besser" als jedes , denn ein solches ist nur "anders"Nein, die entscheidende Größe ist die Antwort der Natur in unseren Experimenten ("empirische" Erfahrung, "empirisches" Messergebnis). Es gibt keine "gesicherte Erkenntnis", wenn sich Thesen zur Welt empirisch nicht verifizieren lassen. Bei philosophischen (oder mathematischen) Thesen gibt es natürlich keine empirische Verifikation. Diese wird durch logische Rückführung auf die Axiomatik ersetzt. Aber Philosophie (oder Mathematik) hat mit unseren Vorstellungen von der Realität nichts zu tun. Beide können nur unsere Erwartung steuern, da sie beide im Grunde Sprachen sind.
Du schreibst sinngemäß: Empirisch nicht abgesicherte Gedankengebäude sind nur anders als wissenschaftliche Modelle ...
(08-01-2026, 15:58)Reklov schrieb: - sowohl, was die Sprache angeht, wie auch die Bewusstseinsfelder, welche hier mit "ins Spiel" kommen.Das stimmt nicht. Die Absicherung - jedenfalls für eine Partialgesellschaft - erfolgt über die Erfahrung mit soziologischen Bedingungen. Solche eher "Gesellschaftsmodelle" (oder auch Glaubensmodelle) müssen sich in der Praxis bewähren. Anderenfalls werden gewandelt.
Zum konkreten Erleben wird Glaube, wenn psychologische, ethische und soziale Dimensionen in die Lebensführung "übersetzt" werden, was zu mehr Gelassenheit und Sinnhaftigkeit führen kann.
Das ist eine völlig andere Art der Verifizierung. Mein Hauptkritikpunkt sind theologische Aussagen, die meist fühlbar Erziehungscharakter haben und bestenfalls für die Vergangenheit getaugt haben. Solche Glaubensaussagen haben heute ihre Berechtigung verloren. Die Gesellschaften werden darüber hinweg gehen.
(08-01-2026, 15:58)Reklov schrieb: Glaube ist ein vielschichtiges Phänomen, dass über reine "Lehre" hinausgeht! ... Glaube geht über bloße Meinung hinaus, wenn er sich im Handeln und Erleben manifestiert. Dabei gilt allerdings der Maßstab: >> An ihren Früchten sollt/werdet ihr sie erkennen. << (Matthäus 7, 16)Ich wüsste nicht inwiefern!
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Ekkard

