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Was müsste geschehen damit ihr an das Metaphysische glaubt?
#58
(12-01-2026, 14:17)petronius schrieb: sollte mir etwas passieren, was ich mir nicht rational erklären kann, würde ich nach rationalen erklärungen suchen und/oder z.b. erst mal versuchen, ob sich das phänomen reproduzieren läßt


Hast du dich denn schonmal mit den sogenannten paranormalen Phänomenen befasst? Es gibt da wirklich Fälle, die geradezu unglaublich sind. Vor kurzem habe ich einen Bericht über einen Fall gesehen, bei dem selbst die Polizei zu dem Schluss kam, dass hier nur noch das Paranormale als Erklärungsansatz herangezogen werden kann. Es handelte sich um einen Fall, bei dem in einer Wohnung plötzlich die Gegenstände aus den Regalen geflogen sind, ohne irgend einen physischen Anlass. Mehrere Polizisten bestätigten diese Vorfälle, so wie auch sämtliche Bewohner der Wohnung. 

Die Mainstreammedien tun sich schwer mit der Berichterstattung über solche Fälle, weil sie natürlich immer den Beigeschmack des unseriösen Sensationsjournalismus haben. Außerdem ist es gar nicht so leicht, mal zuzugeben, dass man etwas nicht rational erklären kann. Damit tun sich viele Menschen unglaublich schwer, deshalb schieben sie dieses ganze Thema in die Spinner-Ecke. Aber in Zeiten des Internets kommen solche Fälle natürlich ans Tageslicht der Öffentlichkeit und es gibt mittlerweile wirklich viele solche Fälle, die gut dokumentiert sind. 


(12-01-2026, 14:43)Ulan schrieb: Das "Metaphysische" ist hier die Gedankenwelt, nicht wahr? Und mit "Verneinung" meinst Du, dass Akzeptanz bedeutet, dass die Gedankenwelt mindestens so real ist wie die wahrgenommene Welt des Wachseins?


Ich würde das Metaphysische nicht als die Gedankenwelt bezeichnen. Vielmehr sind ja alle Bereiche des menschlichen Denkens "die Gedankenwelt", wenn man es darauf reduzieren will. Also auch das naturwissenschaftlich-materialistische Weltbild kann man, wenn man es darauf anlegt, in die Gedankenwelt der Menschen einordnen. 

Das Metaphysische ist einfach das, was über die materielle Wirklichkeit hinausgeht. Aber hier stehen wir schon vor einem interessanten Problem: Denn genau genommen ist ja schon alleine das Phänomen des Bewusstseins meta-physisch! Sogar wenn man das Bewusstsein im Sinne des Materialismus als ein Epiphänomen des Gehirns betrachtet, stimmt dies in gewisser Weise. Denn Bewusstsein ist offenkundig nicht physisch. Also was ist es dann?  


(13-01-2026, 21:13)bellevue schrieb: An solchen Aussagen zeigt sich, dass du das "naturwissenschaftlich-materialistische Weltbild", über das du ja immerfort redest, überhaupt nicht verstanden hast: Wenn nämlich der liebe Herr Jesus "für alle Menschen sichtbar" ist und seine Existenz empirisch nachprüfbar verifiziert werden kann, braucht kein Mensch mehr an dessen Existenz bloß zu "glauben" - dann weiß man es halt.


Hier stellt sich die interessante Frage, wo eigentlich Glauben aufhört und Wissen anfängt. Denn man kann ja zu Gott und auch ganz spezifisch zu Jesus Christus auch schon im irdischen Leben eine Beziehung aufbauen, die dann im Grunde über das reine Glauben hinausgeht. Vielleicht gibt es etwas, das zwischen reinem Glauben im religiösen Sinne und reinem Wissen im wissenschaftlichen Sinne liegt - nennen wir es Gewissheit

Man kann als Individuum die Gewissheit haben, dass Jesus Christus auch für einen ganz persönlich am Kreuz gestorben ist, dass er sein Erlösungswerk nicht nur abstrakt für alle Menschen vollbracht hat, die dieses Geschenk annehmen, was zwar auch stimmt, sondern auch ganz speziell für jedes einzelne Individuum, welches sich bekehrt. Da darf man sich ruhig ganz persönlich angesprochen fühlen, denn das ist der Sinn der Sache. 

Hier in der freikirchlichen Gemeinde können nur Menschen als Mitglieder aufgenommen werden, die der Gemeindeleitung glaubhaft versichern können, dass sie eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus haben. Vielleicht ist dies eben genau das, was ich zuvor angesprochen habe: Es muss etwas geben, was über das reine Glauben hinausgeht, also eine tatsächliche Beziehung und Bindung. Diese könnte man eben als Gewissheit bezeichnen - also etwas, das zwischen gedanklichem Glauben und empirischem Wissen liegt. 

Zugegebenermaßen ist diese Aufnahmebedingung eine hohe Hürde. Aber ich denke, sie erfüllt zwei Funktionen: Zum einen stellt sie sicher, dass die Gemeinde nicht durch reine Theoretiker verwässert wird. Zum anderen beweist die Existenz dieser Hürde, dass es der Gemeinde wirklich ernst mit ihrem Anliegen ist und es ihr nicht einfach nur um eine möglichst hohe Mitgliederzahl geht. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass die Gemeinde mindestens doppelt so viele Mitglieder hätte, gäbe es diese Hürde nicht. Jeder Marketingberater würde den freikirchlichen Gemeinden wohl nahelegen, diese Hürde abzubauen. 

Und dies ist einer der wenigen Vorteile des kapitalistischen Systems, in dem wir leben: Man kann an anti-kapitalistischem Verhalten leicht erkennen, wo die wahren Idealisten und Gläubigen zu finden sind, nämlich dort, wo man sich nicht dem kapitalistischen Dogma der unbedingten Gewinnmaximierung und des bedingungslosen Wachstums unterwirft, sondern sich klar davon abgrenzt. 

Was ich mit diesem kleinen Exkurs darlegen wollte, ist ganz einfach, dass es Menschen gibt, die auch ohne empirische Beweise bereits etwas entstehen lassen können, was über den reinen Glauben hinausgeht in den Bereich der Gewissheit. Und da diese Menschen diese Fähigkeit mit Gottes Hilfe entwickelt haben, bedeutet dies auch, dass potentiell alle Menschen dazu in der Lage sind - aber man muss das natürlich schon aus freiem Willen heraus wollen.
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RE: Was müsste geschehen damit ihr an das Metaphysische glaubt? - von subdil - 25-01-2026, 18:46

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