21-01-2008, 19:11
Also, lieber @Jakow,
ich kann nicht sehen, das im Christentum und im Islam eine "Schuldzuweisung" an die judische Religion erfolgt. Selbst die Rede des Stephanus im Christentum über das "halsstarrige Volk" ist keine Schuldzuweisung, sondern nur ein beklagen darüber, dass dieses Volk sich schon mit der Anerkennung der Propheten schwer getan hat - und halt ebenso schwer mit der Anerkennung Jesus tat.
Fast die Hälfte des Qur`an`s beschäftigt sich mit den "Leuten des Buches", Juden und Christen. Und auch hier lautet die Kernbotschaft Muhammad`s: "Erkennt den Gesandten Gottes, so wie ihr Jesus und Moses erkanntet".
Natürlich beschäftigten sich die Apostel im Christentum und der Prophet Muhammad im Islam mit den theologischen Einwürfen gegen die christliche und islamische Offenbarung. Aber Apostel wie Gesandter wenden sich in ihren Entgegenungen eben den Theologen zu, nicht aber dem gesamten Volk der Juden. Die jeweils vorangegangene Religion mit irgendeiner "Schuld" zu beladen, wäre auch ein wenig shizophren, wenn man gleichzeitig anerkennt, dass die jeweils vorangegangenen Religionen aus der gleichen Quelle -Gott - stammen.
Die "Drohkulisse" des sich-abwenden-von Gott bauten auch die Propheten in der Thora auf, verbunden mit der Mahnung, fest am Seil der Führung Gottes festzuhalten. Angesichts der Tatsache, dass Propheten und Gesandte Gottes auch die materielle Erde einmal verlassen werden, scheint mir diese Handlungsweise auch gerechtfertigt zusein - allzuleicht verfällt der Mensch in die Haltung: "..aus den Augen, aus dem Sinn..".
(...jetzt krieg`ich gleich wieder den Vorwurf der Missionierung - weil`s aber `ne "neue" Religion ist, kommt`s doch hierein)
Die Baha`i-Religion anerkennt ausdrücklich die Vorgängerreligionen und lässt jedem Menschen die Wahlfreiheit, sich einer der bestehenden Religionen anzuschliessen, sich keiner Religion anzuschliessen oder sich eben der Baha`i-.Religion anzuschliessen. Trotzdem sagte aber Baha`u`llah (im "Brief an den Sohn des Wolfes"):..."Wenn ihr diesen Beweis (der Sendung) ablehnt, aus welchem Grunde glaubt ihr dann noch an Gott? Bringt ihn (den Beweis der Ablehnung) hervor, ihr Rotte von Falschen..." Hier ist es aber auch eine theologische Auseinandersetzung; Baha`u`llah bezieht sich im "Brief an den Sohn des Wolfes" auf die schiitische Geistlichkeit, nicht aber auf die Summe der islamischen, christlichen oder jüdischen Gläubigen.
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melek schrieb:
Ich halte es für eine Entwicklung . Da war nicht ein fest definierter jüdischer Urglaube , von dem immer wieder abgefallen wurde , sondern eine lange Entwicklung zu dieser Art glauben hin ,wobei verschiedene Elemente daraus natürlich schon vorher da waren , und dann hineingewoben wurden .
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Sieht man die Fülle an Propheten und Gesandten in der jüdischen Religion (beginnend bei Adam, aufgehört bei Moses), so könnte man tatsächlich auf den Gedanken kommen, dass das Judentum eine Sammlung der aufeinander aufbauenden "Religionen", Glaubensvorstellungen, ist. Automatisch stellt sich dann die Frage: Endete diese Sammlung an Glaubenswahrheiten mit Moses, und wenn ja - warum?
ich kann nicht sehen, das im Christentum und im Islam eine "Schuldzuweisung" an die judische Religion erfolgt. Selbst die Rede des Stephanus im Christentum über das "halsstarrige Volk" ist keine Schuldzuweisung, sondern nur ein beklagen darüber, dass dieses Volk sich schon mit der Anerkennung der Propheten schwer getan hat - und halt ebenso schwer mit der Anerkennung Jesus tat.
Fast die Hälfte des Qur`an`s beschäftigt sich mit den "Leuten des Buches", Juden und Christen. Und auch hier lautet die Kernbotschaft Muhammad`s: "Erkennt den Gesandten Gottes, so wie ihr Jesus und Moses erkanntet".
Natürlich beschäftigten sich die Apostel im Christentum und der Prophet Muhammad im Islam mit den theologischen Einwürfen gegen die christliche und islamische Offenbarung. Aber Apostel wie Gesandter wenden sich in ihren Entgegenungen eben den Theologen zu, nicht aber dem gesamten Volk der Juden. Die jeweils vorangegangene Religion mit irgendeiner "Schuld" zu beladen, wäre auch ein wenig shizophren, wenn man gleichzeitig anerkennt, dass die jeweils vorangegangenen Religionen aus der gleichen Quelle -Gott - stammen.
Die "Drohkulisse" des sich-abwenden-von Gott bauten auch die Propheten in der Thora auf, verbunden mit der Mahnung, fest am Seil der Führung Gottes festzuhalten. Angesichts der Tatsache, dass Propheten und Gesandte Gottes auch die materielle Erde einmal verlassen werden, scheint mir diese Handlungsweise auch gerechtfertigt zusein - allzuleicht verfällt der Mensch in die Haltung: "..aus den Augen, aus dem Sinn..".
(...jetzt krieg`ich gleich wieder den Vorwurf der Missionierung - weil`s aber `ne "neue" Religion ist, kommt`s doch hierein)
Die Baha`i-Religion anerkennt ausdrücklich die Vorgängerreligionen und lässt jedem Menschen die Wahlfreiheit, sich einer der bestehenden Religionen anzuschliessen, sich keiner Religion anzuschliessen oder sich eben der Baha`i-.Religion anzuschliessen. Trotzdem sagte aber Baha`u`llah (im "Brief an den Sohn des Wolfes"):..."Wenn ihr diesen Beweis (der Sendung) ablehnt, aus welchem Grunde glaubt ihr dann noch an Gott? Bringt ihn (den Beweis der Ablehnung) hervor, ihr Rotte von Falschen..." Hier ist es aber auch eine theologische Auseinandersetzung; Baha`u`llah bezieht sich im "Brief an den Sohn des Wolfes" auf die schiitische Geistlichkeit, nicht aber auf die Summe der islamischen, christlichen oder jüdischen Gläubigen.
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melek schrieb:
Ich halte es für eine Entwicklung . Da war nicht ein fest definierter jüdischer Urglaube , von dem immer wieder abgefallen wurde , sondern eine lange Entwicklung zu dieser Art glauben hin ,wobei verschiedene Elemente daraus natürlich schon vorher da waren , und dann hineingewoben wurden .
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Sieht man die Fülle an Propheten und Gesandten in der jüdischen Religion (beginnend bei Adam, aufgehört bei Moses), so könnte man tatsächlich auf den Gedanken kommen, dass das Judentum eine Sammlung der aufeinander aufbauenden "Religionen", Glaubensvorstellungen, ist. Automatisch stellt sich dann die Frage: Endete diese Sammlung an Glaubenswahrheiten mit Moses, und wenn ja - warum?
