Fritz7 schrieb:Woher wollen wir so genau wissen, was GOTT will und annimmt?
...nicht den Rang der grundsätzlichen Richtungsänderung bei Abraham/Israel GEGEN alle Menschenopferei ...
Es ist, wie Du sagst.
Wer will wissen was Gott will! Und dass einem weisen, gütigen Gott ein Menschenopfer (aber auch die kultische Tötung eines Tieres) zuwider sein muss, liegt auf der Hand.
Zwar habe ich Dich zitiert, doch galten meine Anmerkungen jenen, die ganz genau wissen, was Gott will.
Was Jephta betrifft, er ist eine kanaanäische Heldengestalt, die (ein Versuch frommer Israeliten) in die Stammestraditionen eingegliedert wurde. Und die Geschichte seiner (namenlosen) Tochter findet sich auch in den Mythen anderer Kulturen wieder.
Die Geschichte von Abraham und Isaak stammt aus anderen Quellen, und es ist, wie Du richtig bemerkst, nicht korrekt, die Jephtageschichte entgegenzuhalten. Jedenfalls nicht, wenn man die Abraham-Isaak-Geschichte so beurteilt, wie sie in Endfassung in die Schrift eingegangen ist.
Nach elohistischem Text dürfte Isaak geopfert worden sein. In 1Mose22,19 heißt es: Hierauf kehrte Abraham zurück zu seinen Dienern, und sie brachen auf und zogen nach Beersheba, und Abraham blieb in Beersheba wohnen. Isaak kommt im elohistischen Text nicht mehr vor, die elohistische Tradition setzt die Erzählung mit Jakob fort. Für den Elohisten war die Erstgeburtsopferung offenbar noch nicht anstößig.
MfG E.

