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warum sieht man keine moslems gegen islamismus protestieren?
melek schrieb:
Moski schrieb:Der Islam ruft nicht zum "Bösen" auf (was immer das auch sei) - er legitimiert Gewalt gegen Andersgläubige in einem Maße, dass einem normalsterblichen Mitteleuropäer Angst und Bange werden kann. Er vertritt ein Gesellschaftsbild, das in Europa niemand haben will. Er stützt sich auf ein Rechtssystem, das archaische Strafen benutzt.

Eben nicht der Islam , sondern bestimmte Islamvertreter .
Du vergisst ständig diese Differenzierung und pauschalisierst in einem unerträglichen Maße .

Meine Behauptung ist, das der Islam mit seinen Schriften, insbesondere dem Koran, den ideologischen Unterbau liefert, mit dem Gewalttaten gegen Andersgläubige begründet wird. Siehe u.a. Koran 9,29:

"Kämpfet wider diejenigen aus dem Volk der Schrift, die nicht an Allah und an den Jüngsten Tag glauben und die nicht als unerlaubt erachten, was Allah und Sein Gesandter als unerlaubt erklärt haben, und die nicht dem wahren Bekenntnis folgen, bis sie aus freien Stücken den Tribut entrichten und ihre Unterwerfung anerkennen."

Warum wird da von Kampf geredet und von Unterwerfung? Ist das keine Aufforderung zum Kampf, zum Brechen von Widerstand und freiem Willen? Und das Brechen des freien Willens, das ist für mich Gewalt.

Warum steht da nicht:

"Vergebt denjenigen aus dem Volk der Schrift, die nicht an Allah und an den Jüngsten Tag glauben und die nicht als unerlaubt erachten, was Allah und Sein Gesandter als unerlaubt erklärt haben, und die nicht dem wahren Bekenntnis folgen."

Nein, da steht "kämpft gegen" und "Unterwerfung". Und das fördert bei mir Angst und Widerwille. Ich will nicht zwangsglauben. Und ich will mich auch nicht unterwerfen.

melek schrieb:
Moski schrieb:Wenn Buchautoren, Journalisten, Kabarettisten sich kritisch mit dem Islam befassen, dann kann es nicht sein, dass Muslime Bestrafungen in Form brutalster Gewalt durch ihre Religion legitimieren lassen.

Und wie willst du verhindern , daß einige Idioten unter den Muslimen Gewalt befürworten ?
Etwa indem du den Islam pauschal als "böse" Religion verdammst ?
Damit erreichst du das Gegenteil .

Einige Idioten?
Es gibt mehr als einen Staat, der ein solches Verhalten - Bestrafung in brutalster Form wegen kritischer Haltung gegenüber dem Islam - als Staatsdoktrin verankert haben, und diese Doktrin aus der Religion ableiten. Der Aufruf zur Tötung von Salman Rushdie wegen seiner Veröffentlichung "Die satanischen Verse" hat bis heute Bestand - und dieser Tötungsaufruf ist weder ein Einzelfall noch von eine nicht relevanten Minorität initiiert worden. Das kommt von oberste Ebene!

melek schrieb:
Moski schrieb:Was du willst, ist zuallererst sekündär - genau so, wie das sekundär ist, was ich will. Du magst ja einen Islam haben wollen, der friedlich ist - aber das Sagen im Islam haben die Radikalen. Sei es staatliche organisiert oder als unabhängige Prediger in irgendeiner Moschee. Die Friedlichen, die Liberalen, die Fortschrittlichen halten stets ihr Maul, wenn so ein Radikaler zum Schlachten der Ungläubigen aufruft. So war es immer, und so wird es auch immer bleiben.

Das bezweifle ich . Die Radikalen stellen eine Minderheit dar , die nur viel Wind macht .
Und das "Maul halten" tun die Liberalen auch nicht .

Ach wirklich?
Als die dänischen Karikaturen bekannt wurden, gingen überall in der islamischen Welt die Leute auf die Straße. Und wieder einmal wurde der Tod der Karikaturisten gefordert. Als der Papst seine Regensburger Rede hielt und ein historisches Zitat brachte, gab es einen islamweiten Aufschrei der Empörung.

Nur mal so zur Anmerkung: Weder die Karikaturen noch die Papstrede haben irgendeinen Muslim in seiner persönlichen Existenz gefährdet.

Als aber in Madrid die Züge in die Luft flogen oder in London die U-Bahn und die Busse im Namen des Islam explodierten und es Hunderte von Toten und noch viel mehr Verletzte gab - wie viele Muslime sind da zwischen Marokko und Indonesien auf der Straße gewesen? Wo hat es da den weltweiten Aufschrei der Muslime gegeben? Nichts war da. Weil eben die Radikalen das Sagen haben, und die sagen, wegen toter Ungläubiger wird nicht protestiert.

melek schrieb:
Moski schrieb:So unvorstellbar es für einen Muslim ist, Religion und Staat zu trennen, so unvorstellbar ist es für einen modernen Europäer, dass z.B. Religionsvertreter direkten Einfluss auf die Gesetzgebung nehmen, indem neue Gesetze auf ihre Rechtmäßigkeit gegenüber religiösen Vorschriften geprüft (und ggf. abgelehnt) werden.


Was für ein Quatsch . Natürlich ist für Muslime die Trennung von Religion und Staat vorstellbar !
Du scheinst bei "Muslim" sofort an Taliban zu denken , und das ist sowas von falsch !

Das hat nicht die Bohne mit den Taliban zu tun, sondern mit dem Selbstverständnis des Islam und den darin gegebenen Regeln. Eine Trennung von Staat und Religion bedeutet nämlich zuallererst eine Hierarchie der Gesetzgebung. Welche Regel, Vorschriften und Gesetze sind wichtiger - jene, die von Menschen in einem Parlament, in einer Kommission oder sonst einer Arbeitsgruppe beschlossen werden, oder jene, die in einem Heiligen Buch stehen? Welche Regeln also stehen höher: Jene aus dem Koran oder jene aus StGB und BGB? Das ist Trennung von Staat und Religion - und genau da dürfte es einem gläubigen Muslim mulmig werden.

melek schrieb:Und wenn ich darlege , daß man den Koran auch ganz anders auslegen kann , dann wird das nicht akzeptiert .

Es geht darum, wie der Koran ausgelegt wird von jenen, die das Sagen im Islam haben, und das Sagen haben die Fundametalisten, die Radikalen. Und die Masse der Muslime, die du als einfache Menschen darstellst, die werden das schlucken, was ihnen die Radikalen und Fundamentalisten in die Köpfe pflanzen.

Warum z.B. hat sich die Zahl der Mädchen unter 10 Jahren, die Kopftücher tragen, in den deutschen Schulen so drastisch erhöht? Weil eine Achtjährige ihre Haare verbergen muss, da ansonsten ihre männlichen Mitschüler ihren überbordenden Sexualdrang beim Anblick weiblicher Haupthaare nicht mehr unter Kontrolle haben?

Nein, diese Mädchen tragen Kopftuch, weil ihre Eltern einen Ruck in Richtung Fundamentalismus getan haben. Weil sie ganz bewusst ein Zeichen setzen wollen: "Wir sind nicht so wie ihr. Wir sind besser, weil wir rein sind und der wahren Religion angehören. Deshalb verachten wir euch und eure verkommene Kultur, in der Frauen ihre Haare, ihre Beine, ihren Körper schamlos zur Schau stellen."

Die Fundamentalisten sind auf dem Vormarsch, auch ohne die Kritiker am Islam als Begründung zu benötigen.

melek schrieb:
Moski schrieb:Eine Frage habe ich da aber noch:

Wünschst du dir ein islamisches Deutschland, ein Deutschland, in dem Politik, Moral, Ethik, Rechtsprechung, Medien, alle Bereiche der Kunst,  usw. den islamischen Regeln unterliegen? Ein Deutschland, in dem der Islam als Religion Einfluss nimmt auf alle Bereiche des Lebens?

Nein , wünsche ich nicht .
Aber ich wünsche ein Deutschland , in dem Menschen nicht aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit schief angesehen und beschimpft werden .

Bist du gläubiger Muslim? Hast du nicht den Wunsch, die ganze Welt möge muslimisch werden, so wie es der Prophet gefordert hat?  Stehst du damit nicht im Widerspruch zur Umma? Und soll ich dir das wirklich glauben, dass du kein islamisches Deutschland, islamisches Europa, eine vollständige islamische Welt wünscht?

Übrigens, die Frage, warum ein liberaler Muslim einem fundamentalistischen Muslim eine wortgetreue Auslegung des Koran untersagen kann, ist von dir noch immer nicht beantwortet.


Grüße
Moski
Ich bin gegen Religion weil sie uns lehrt, damit zufrieden zu sein, dass wir die Welt nicht verstehen (Richard Dawkins)


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RE: warum sieht man keine moslems gegen islamismus protestieren? - von Moski - 03-05-2008, 14:00

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