22-05-2008, 11:36
Lea schrieb:...Ich möchte den Körper mehr geadelt sehen, der mich doch so viel schaffen lässt, zu einem schöpferischen Wesen erst vollendet.Mit dieser Haltung, liebe Lea,
bist du in meiner Sicht näher an Jesus und seinem ganzheitlichen Menschenbild als Paulus in vielen Texten, in denen er einem zu seiner Zeit aus Persien kommenden Dualismus von Körper und Seele huldigt.
Jesus tritt doch sehr körperbetont auf,
macht Menschen körperlich gesund und stellt das gemeinsame Essen mit allen Mitmenschen, also auch den "Zöllnern und Sündern", den Verachteten in Israel, über die kultischen Dinge des Jerusalemer Tempels. Er lässt seinen Körper salben, auch wenn seine Jünger protestieren. Er ist ganz und gar Jude, der an ein komplettes Sterben (nicht die unsterbliche Seele) und ein ebenso komplettes Wiederauferstehen glaubt.
Insofern würde ich auch "Erlösen" so verstehen,
dass uns Jesus mit seinem Liebesgebot, nämlich Gott zu lieben "von ganzem Herzen und ganzem Gemüt" (also auch körperlich oder emotional) und unseren Nächsten wie uns selbst, zurückführt auf unser ganzheitliches Gottes-Erleben und -Begegnen mit allen Sinnen, weg von äußerlich-abstrakten Gesetzen, die uns von außen vereinnahmen und unter Druck setzen.
Seine Nachfolge bedeutet, Freude an der Nächstenliebe zu haben, dem Nächsten zu helfen, weil man das gern tut, emotional, also auch körperlich und empathiefähig auf dessen Seite ist.
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche!" (Gustav Mahler nach Thomas Morus)


