Fritz7 schrieb:Der nächste Schritt: Nach gekürzter Bezüge: " Wovon haben Sie denn überlebt? Von Tafel-Lebensmittel, gespendeter Mahlzeiten, geschenkter Kleidung? Das hätten sie aber melden müssen als geldwerte Bezüge, das wird Ihnen jetzt abgezogen!" Na, nochmal Kasse? Wovon sollen die Menschen dann überleben? ...Was du hier beschreibst, lieber Fritz,
Der kirchliche Reparaturbetrieb stabilisiert zunehmend staatliche fehlsteuerung und hilft so letztlich dem Einzelnen immer weniger
ist ein Einzelfall, der im Ruhrgebiet für Aufregung gesorgt hat.
Dort ist der Fall aber von der Kommune juristisch überprüft und geklärt worden: Eine HartzIV-Kürzung wegen Tafel-Nutzung ist nicht rechtens. Von weiteren Fällen dieser Art ist nichts bekannt. Man sollte also hier nicht mit derartigen Extremen eine gute Sache niedermachen.
Ich verstehe deine ganze Argumentation nicht,
(die unseren zwei Kirchenkloppern sehr gelegen kommen wird):
Glaubst du, es würde nachgebessert, wenn es die Tafeln nicht gäbe? Das soll wohl ein Witz sein! In der ganzen Diskussion incl. der mit den LINKEN ist man nie auf die Tafel oder andere Sozial-Einrichtungen zu sprechen gekommen. Wer die gegenwärtigen Hartz IV-Zahlungen für ausreichend hält - und das ist nun einmal die gegenwärtige Regierung, lässt sich auch nicht davon abhalten, wenn alle Sozial-Aktivitäten unterbleiben würden.
Nach deiner Theorie
dürfte man also keinerlei Sozial-Unterstützungen mehr organisieren, der Staat könnte ja sonst seine eigenen kürzen. Helfen überhaupt ist dann sehr fragwürdig. Man macht die Leute doch nur unselbständig, entlastet andere usw.. So kann man es sich auch leicht machen.
Das ist eine wunderbare Entschuldigung für alle, die nicht helfen wollen,
für alle, die im Hinterkopf haben: Arme sind ja ihre Armut selbst schuld, wer arbeiten will, der findet auch Arbeit usw.. Diese Leute liegen falsch! Das wirst du in allen Sozial-Ämtern zu hören bekommen, die vor Ort mit den Betroffenen zu tun haben.
In unserer Stadt ist das so, und deshalb halte ich unsere Tafel-Gründung für eine wichtige Sache, die nichts Staatliches verhindert, weil nichts mehr dazu kommt, egal, was andere machen.
Für Sprücheklopfer wie unsere Griiins-Quetsche ist das natürlich alles nichts, was die Kirchen da machen. Er ist allein im Besitz erlösender Wahrheit. Ich sehe niemanden, der den Kirchen in Sachen Sozialarbeit das Wasser reichen könnte!
Abgesehen davon ist ein Großteil der Tafeln überhaupt nicht in kirchlicher Trägerschaft. Wir sind z.B. ein eingetragener Verein, den die Kirchen u.a. unterstützen.
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche!" (Gustav Mahler nach Thomas Morus)


