03-07-2008, 07:47
Der göttliche Funke im Chassidismus
Gemeinschaft
"Dieses Element der Kommunität ist vielleicht nirgends so deutlich, so unbetrüglich zu sehen wie in der ostjüdischen Bewegung des Chassidismus, die man als eine einzigartige nicht elitäre jüdische "Mystik für die Massen" ansehen kann. Nach chassidischer Lehre ist "das geringste Ding in der Welt würdig, daß Gott sich aus ihm dem Menschen, der ihn wahrhaft sucht, offenbare; denn kein Ding kann ohne einen göttlichen Funken bestehen". Diese aus der lurianischen Kabbala übernommenen "heiligen Funken" zu
entdecken und zu erlösen durch die alltäglichsten Handlungen definiert das Verständnis der Chassidim vom Heil; der Chassid bewährt "die Gottesliebe an allen Kreaturen, ja an allen Dingen." Das Heil besteht in der Heiligung der Welt (Buber III, 962).
In diesem Sinne hat der Gründer Baal Schem Tow (1699-1760) die Kabbala von den Engeln heruntergeholt und sie sicher in die Hände von einfachen Menschen gelegt, die in Debekuth, in beständiger Gemeinschaft mit Gott, leben und diese Zugehörigkeit zum göttlichen Wollen im Alltag sichtbar werden lassen. Jeder Zaddik hat einen Funken von Mose in sich - oder, wie Rabbi Dow Bär um 1770 gesagt hat, daß "die Zaddikim Gott, wenn man so sagen dürfte, zu ihrem Unbewußten machen" (Scholem, 1995, 134)."
(aus: Sölle, Dorothee. Mystik und Widerstand: du stilles Geschrei/Dorothee Sölle. Hamburg: Hoffmann und Campe, 1999)
Lea
Gemeinschaft
"Dieses Element der Kommunität ist vielleicht nirgends so deutlich, so unbetrüglich zu sehen wie in der ostjüdischen Bewegung des Chassidismus, die man als eine einzigartige nicht elitäre jüdische "Mystik für die Massen" ansehen kann. Nach chassidischer Lehre ist "das geringste Ding in der Welt würdig, daß Gott sich aus ihm dem Menschen, der ihn wahrhaft sucht, offenbare; denn kein Ding kann ohne einen göttlichen Funken bestehen". Diese aus der lurianischen Kabbala übernommenen "heiligen Funken" zu
entdecken und zu erlösen durch die alltäglichsten Handlungen definiert das Verständnis der Chassidim vom Heil; der Chassid bewährt "die Gottesliebe an allen Kreaturen, ja an allen Dingen." Das Heil besteht in der Heiligung der Welt (Buber III, 962).
In diesem Sinne hat der Gründer Baal Schem Tow (1699-1760) die Kabbala von den Engeln heruntergeholt und sie sicher in die Hände von einfachen Menschen gelegt, die in Debekuth, in beständiger Gemeinschaft mit Gott, leben und diese Zugehörigkeit zum göttlichen Wollen im Alltag sichtbar werden lassen. Jeder Zaddik hat einen Funken von Mose in sich - oder, wie Rabbi Dow Bär um 1770 gesagt hat, daß "die Zaddikim Gott, wenn man so sagen dürfte, zu ihrem Unbewußten machen" (Scholem, 1995, 134)."
(aus: Sölle, Dorothee. Mystik und Widerstand: du stilles Geschrei/Dorothee Sölle. Hamburg: Hoffmann und Campe, 1999)
Lea
