t.logemann schrieb:...so so... die jüdische Elite im Exil entwickelte also die literarische Figur des Moses.... Welche Gruppe entwickelte wohl die literarische Figur des Jesus? Oder die der anderen Propheten und Gesandten?
Sicher, an der Hypothese dass das Leben und Wirken der Propheten und Gesandten literarisch ausgeschmückt wurde, kann was `drann sein - aber bei Dir, Fritz, liest sich das so, als wäre Moses komplett erfunden worden. Und da stellt sich schon die Frage: "Wie war denn das bei den anderen.... Glaubst Du als kritischer Christ vielleicht garnicht daran, das Jesus existierte...? Der Schluss liegt ja nahe, wenn man Moses schon das seinerzeitige Existenzrecht abspricht.....
.... und wenn???--- Auch ich bin in den christlichen Glauben ohne mein Zutun hineingetauft worden.
Ich glaube auch an Gott, sehe Jesus aber eher als einen gläubigen Rabbiner mit sehr revolutionären Gedanken,der versucht hat, den jüdischen Glauben zu verändern.
Das ihm zugeschriebene Gedankengut (er selbst hat ja wohl nichts zu Papier gebracht)hat ihn natürlich zum Außenseiter oder vielleicht zum Staatsfeind gemacht, mit dem man kurzen Prozess machen musste.
Vielleicht ist die Geschichte um seine Zeugung durch ein gasförmiges Wesen und seine Rolle als Gottes Sohn genauso eine religöse Erzählung wie die Bücher des Moses, der eigentümlicherweise von seinem eigenen Tod schreibt.
Leute, die die Bibel wörtlich nehmen,sie für ein wie vom Himmel gefallenes,unantastbares heiliges Gebilde halten, sind meiner Ansicht nach irgendwo im Mittelalter stehengeblieben und tragen einen Teil der Schuld daran, dass der christliche Glaube für die kommende Generation so wenig attraktiv und glaubwürdig ist.
Wie sollen junge, kritische Menschen Christen ernstnehmen,deren Glauben auf dem Kindergartenniveau stehengeblieben ist?
Jedes Mal, wenn ein Traum in Erfüllung geht, geht er verloren.

