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Hoheslied 5
#8
(09-08-2008, 13:06)wojciech schrieb:
(09-08-2008, 07:58)Epicharm schrieb: Ein Stück Profanliteratur, das sich in den Kanon verirrt hat
Damit bezeichnest Du Texte aus der Bibel als "ungeheiligt, gemein, ruchlos", eigentlich "vor dem heiligen Bezirk liegend" (Wikipedia, "Profan").
Und gleichzeitig als "Irrung".

Eine kleine Nachhilfe in Sprachetymologie:

profan Adj. = weltlich, alltäglich, sondersprachlich. Im 17. Jh entlehnt aus:

profanus = wörtlich: vor dem heiligen Bezirk liegend
fanus = ein heiliger, der Gottheit geweihter Ort

(09-08-2008, 13:06)wojciech schrieb: Zur "Sprachwissenschaft" passt doch haargenau das Wort "Schriftgelehrte", und was über diese Leute in der Bibel steht muss man natürlich auch "allegorisch" auslegen damit man nur nicht auf den Gedanken kommen könnte, dass man selbst damit gemeint ist.

Mein Rat:
Löse Dich von den Weisheiten, die Du (offenbar) von Deinen Predigern und aus dem Net vermittelt bekommst.

(09-08-2008, 13:06)wojciech schrieb: Auf alle Fälle steht dort "Muhammadim", und wenn Jedermann die Bibel auslegen und übersetzen kann wie es ihm passt, so passt es mir eben so wie ich es schrieb.

Wenn der "Hebräist" Wojciech das (für sich) so übersetzen will, sei’s ihm unbenommen. Wenn er damit missioniert, muss er Widerspruch erdulden.

Schau Dir die Textstelle im Original an, und dann erklär mir , wo Du die Vokale für Deine Wortausformung hernimmst.

Vielleicht haben wir hier im Forum jemanden, der das Hebräische in der Qualität beherrscht, dass er uns die Textstelle aus Sicht der Hebräistik erfüllend erläutert.

(09-08-2008, 13:06)wojciech schrieb: Mir ist natürlich klar dass ich schreiben könnte was ich wollte und es würde von den Gegnern des Islam immer wieder anders interpretiert werden, aber es gibt nun mal einige Hinweise auf Muhammad in der Bibel, dass Ihr das nicht wahrhaben wollt steht auf einem anderen Blatt.

Wenn Du in einem islamistischen Forum schreibst, wirst Du den Beifall finden, den Du hier vergeblich suchst.

In der Bibel Hinweise auf Mohammed (und den Islam) erkennen zu wollen, sind islamitischer Unfug.

(09-08-2008, 13:06)wojciech schrieb: Es ist nun auch einmal so dass sich einige Stellen in der Bibel auch selbst widersprechen oder der Wissenschaft widersprechen, dieses wird auch nur mit dem Hinweis auf "allegorisch" und "mystisch" abgetan, eben so wie es einem in den Kram passt.

Nicht nur in der Bibel, sondern in allen heiligen Schriften, auch im Koran, sind Widersprüche auffindbar.

(09-08-2008, 13:06)wojciech schrieb: Dass wir da natürlich keinen Schritt weiterkommen ist mir auch klar.
Nun versuchen wir, weiterzukommen:

Du zitierst Hohelied 5, 15-16

"15 Seine Schenkel sind Säulen aus Alabaster, gegründet auf Sockel von gediegenem Gold. Seine Gestalt ist wie der Libanon, auserlesen wie Zedern.
16 Sein Name ist Muhammad, und alles an ihm ist begehrenswert. Das ist mein Geliebter und das mein Freund, ihr Töchter Jerusalems!"

Anmerkung von mir: Der Text wurde der Elberfelder Übersetzung entnommen und bei 5,16 der erste Halbsatz Sein Gaumen ist Süßigkeit, von Dir durch "Sein Name ist Muhammed" ersetzt.

Das Lateinische ist eine Sprache, in der ich einigermaßen zu Hause bin! Also nehme ich den Hieronymustext her. Hieronymus (der wegen seines Wirkens in vorislamischer Zeit nicht verdächtigt werden kann, dass er Hinweise auf Mohammed und den Islam aus irgendwelchen Texten eliminieren hätte wollen) übersetzt so:

15 Crura illius columnae marmoreae, quae fundatae sunt super bases aureas. Species eius ut Libani, electus ut cedri.

16 Guttur illius suavissimum, et totus desiderabilis: talis est dilectus meus, et ipse est amicus meus, filiae Ierusalem.

Dazu zwei Anmerkungen:

Crura illius = seine Schenkel (schön übersetzt, darf man so machen); aber: crus, oris = Unterschenkel, Schienbein, Bein, Fuß.

Columne marmoreae = Säulen aus Alabaster (sehr schön übersetzt, darf man durchaus so übersetzen); aber: marmoreus 3 = aus Marmor, darf auch mit "aus Stein" übersetzt werden; Alabaster, ein kostbarer Stein also.

Beim Übersetzen gibt’s immer mehrere Möglichkeiten. Wörtliche Übersetzungen sind meist nicht sehr ästhetisch. Wichtig ist es, den Sinn eines Textes zu erhalten. Und erfreulich ist es, wenn das sprachlich angemessen gelingt.

Was heißt also gefälscht? Übersetzung ist Interpretation! Man sollte aber nicht soweit gehen, wie es manche (meist sehr ungebildete) Prediger in Hinterhofmoscheen tun, die sich Texte ihrem Weltbild entsprechen zurechtbiegen und alles andere als falsch, gefälscht oder sonst noch was diffamieren!

E.
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