10-07-2003, 18:32
Jakow schrieb:Das was ich gesagt hat, ist unabhängig von der Wissenschaft und deren Theorie und somit auch keine Antwort auf die Wissenschaft - wie auch, da diese Antwort schon viel älter ist, als die darauf bezogenen Thesen der Wissenschaft.Das mag stimmen, doch muss nicht unbedingt schon eine wissenschaftliche These existieren um ausweichen zu müssen, man kann das schon im Vorhinein machen (wie man sieht).
Wie schon gesagt wird hier einfach die Beste aller Beschreibungsmöglichkeiten benutzt, nämlich so eine, die man mit keinen Mitteln wiederlegen kann.
Jakow schrieb:Das stimmt nicht ganz! Wenn sich Gott hier in unserer Welt aufhalten soll und darauf Einfluss ausüben können soll, so muss er zwangsweise mit den selben physikalischen Gesetzen wechselwirken, wie wir auch!Antares schrieb:Die heutige Wissenschaft hat den "Lebensraum" in dem sich ein Gott aufhalten kann schonmal aus unserer atomaren Welt verbannt.Ja, wie kommst Du darauf? Die Wissenschaft hat alleine gezeigt, dass sie dieses nicht zeigen kann.
D.h. : er hätte eine messbare Masse, jeder "künstliche" Eingriff in die natürlichen Vorgänge ergäbe einen messbaren oder beobachtbaren Effekt, er müsste ein abgeschlossener Organismus sein um denken zu können, er kann nicht kleiner als ein Atom sein und nicht größer bzw. massereicher als ein Körper, der aufgrund seiner eigenen Schwerkraft eine Kugelform annehmen würde.
Bisher wurde soetwas noch NIE beobachtet! Uns "entziehen" kann er sich nicht, wenn er sich in unserer Welt befindet und außerdem kann er so auch nicht "überall" sein.
Fazit: Wenn es ihn gibt, bitte, aber Einfluss kann er nicht auf uns haben!
Jakow schrieb:Somit zeigt sich höchstens, dass nach wie vor beides schlüssig zusammenpasst und die Wissenschaft den Beweis, dass es G'tt nicht gibt, noch nicht angetreten ist.Naja, das kann sie ja leider auch nicht :x
Jakow schrieb:Sicherlich, nur das G'tt in dieser Welt gewirkt hat und wirkt und wir dieses erkennen können. Somit ist er nicht abstrakt geblieben. Und ja, du hast genau beschrieben was hier Glauben und Vertrauen von Wissen und Erkenntnis unterscheidet. Und nun?Gott hat in dieser Welt gewirkt und wirk noch immer ?? siehe oben!
Und wegen Glauben und Vertrauen : für mich ist es nicht erstrebenswert auf irgend etwas zu vertrauen und daran zu glauben, wenn es meinem Verstand, meinen Erkenntnissen und meinem Weltbild so dermaßen krass wiederspricht wie ein Gott, selbst wenn mein Leben dadurch einfacher werden würde!
Jakow schrieb:Ich kann jetzt nur von der alten Christlichen Vorstellung reden, wonach sich der Himmel und Gott im Himmel(der Erde), dann irgendwann "hinter" der Fixsterhemisphäre und schließlich an einem undefinierbaren Ort befindet.Antares schrieb:Das stimmt! Aber man wird immer mehr Ausweichmöglichkeiten ausschließen können!Ja, welche sind denn schon ausgeschlossen worden?
Was ich aber wirklich meine ist, dass wir schon heute Theorien zur entstehung des Universumms (also des Urknalls) erarbeiten. Irgendwann wissen wir darüber genauso detailiert bescheid wie über die Entstehung von Sternen. Ein Gott kann dann nicht mehr die Ursache sein!
Außerdem : Warum hat Gott nicht nur die Sonne, Erde und Mond geschaffen, sondern gleich ein ganzes Universum mit abermilliarden Galaxien, die wir sowieso nie erreichen können ?
Jakow schrieb:Ja gut, schön, man kann Dinge natürlich nicht wirklich "beweisen", aber zweifelst du noch daran, dass deine Zimmerlampe brennt, weil Elektronen durchfließen ?Antares schrieb:Irgendwann haben wir Erkenntnisse, die es nicht zulassen, dass irgendein Viech oder Gott überall und allgegenwärtig und schöpfend usw. ist!Genau das wir jemals diese Erkenntnis jemals besitzen könnten, hat die Wissenschaft eindeutig ausgeschlossen.
Wenn schlüssige Theorien über den Urknall bestehen, schließt doch allein schon der vernünftige Menschenverstand einen Schöpfer aus!
Dass er eigentlich nicht überall und allgegenwärtig sein kann, hab ich ja oben schon beschrieben. Sicher kann man jetzt auch wieder irgenwas exotisches einwenden, aber für mich ist das dann in keiner Weise mehr rational schlüssig und meiner Meinung nach eben Schachsinn. Ich bevorzuge ganz einfach natürliche Vorgänge und Ursachen astatt zu sagen : "Gott wars und Ende!!"!
Jakow schrieb:Und die Frage nach dem Sinn ist nun nicht mehr sehr wissenschaftlich und darüber kann man sich auch unterhalten, in wie weit - lösgelöst von der Frage nach der Existenz - ein Glaube an G'tt ist oder nicht.?? Also ein Sinn als solcher existiert nicht, wenn du das meinst. Nur wenn uns ein Gott erschaffen hat, so macht er das ja nicht einfach so, sondern weil er damit irgendein Ziel verfolgt und somit einen Sinn schaffen würde. Schon deshalb entsagt mir der Gedanke eines Gottes!
Überhaupt : Wozu erschafft uns Gott, wenn er selbst sowieso allmächtig, allwissen, etc. ist ? Er braucht uns überhaupt nicht, es sei denn er braucht was zum spielen!
Jakow schrieb:Es geht mir hier ja auch nicht um das Judentum (was hier anscheinend eine Ausnahme macht), sondern um Gottesvorstellungen die so einfach nicht stimmen können.Antares schrieb:Naiv bestimmt nicht! Geh mal in den Urwald und frag die Einheimischen, die werden dir erzählen, dass sie von Ihren Göttern gestraft werden, wenn ein Gewitter aufzieht!Nur, dass es in unserem Fall nichts beweist, da eben genau diese Vorstellung von G"tter im Judentum als falsch angesehen wird.
Heute wissen wir Dank Wissenschaft, dass dem nicht so sein kann. Ein schönes Beispiel für die Verdrängung der Gottesrolle in für "Buschmenschen" unverständliche (und natürliche) Vorkomnisse wie ich finde!
Würden diese Einheimischen jetzt erkennen, dass dieses Gewitter kein Gott ist, werden sie ihrem Gott oder ihren Göttern eben weitergehendes zusprechen. Irgendwann landet man schließlich bei der Definition der Juden.
Man kann aber (wenn man schlau ist) eine solche Definition natürlich auch von Anfang an festlegen, was bei den Juden ja anscheinend so geschehen ist.
Jakow schrieb:Wie soll das gehen? Wie kann etwas was in diesem Sinne ausserhalb der Welt liegt, innerhalb der Welt erklärt oder erfasst werden?Wie kann etwas was außerhalb der Welt liegt, innerhalb der Welt Einfluss nehmen ?
Jakow schrieb:Ist aber ein sinnloses Argument, weil ich ja auch nicht die Fehler der Wissenschaft als Anlass nehme, um den Sinn von Wissenschaft im Allgemeinen zu bestreiten.Das ist ja auch was ganz anderes! Wissenschaft hat so gesehen auch keine Fehler, höchstens mal ne Theorie, die sich als nicht richtig erweist. Aber im Gegensatz zu solchen Ausweichversuchen geht die Wissenschaft nicht her, hält an seinen Falschen Theorien fest und erfindet irgend ein Zeug dazu, nur um die Theorie am Leben zu halten, egal wie abstrakt es dann klingt!
Jakow schrieb:Was hat mein Glaube dauernd mit dem anderer zu tun?Ich rede überhaupt nicht über deinen Glauben, sondern um Glauben allgemein. Dass du Jude bist wusste ich anfangs ja nicht!
Jakow schrieb:Dennoch wird einem hier dauernd der Verstand oder anderes abgesprochenNaja, bei manchen Leuten beleibt mir echt keine andere Erklärung mehr! Die Christen sind da ja ganz schlimm :D
Jakow schrieb:Ich habe halt für mich erkennt, dass es den G'tt meiner Väter gibt und darum vertraue ich auf ihn und lebe in diesem Sinne. Und ich sehe halt, dass mich dieses nicht beschränkt, sondern erhöht und vieles Bedeutungen zukommt, die sonst verloren wären. Das Leben und alles bekommt mehr Gehalt. Auch wenn dieses nun wiederum keine Begründung für meinen Glauben hergibt.Naja, ich erkenne genauso, worauf es im Leben ankommt und versuche meinem viel zu kurzen Leben einen bestmöglichen Sinn zu geben.
Wenn ich jetzt an einen Gott glauben würde wäre sicherlich vieles einfacher, um jetzt mal nur die Angst vor dem Tod zu erwähnen. Allerdings will ich mir auch nichts vormachen und muss es nun mal aktzeptieren, dass danach Schluss ist!
Ich für meinen Teil wüsste nicht, was mir ein Gott direkt bringen sollte. Ein Glaube ist für mich eine Art Freiheitsberaubung und auf sowas steh ich nunmal nicht :o
Naja, vielleicht verstehts du auch meinen Standpunkt
MfG, Antares
