15-10-2008, 07:39
(14-10-2008, 23:05)Ekkard schrieb: Christ ist, wer sich zu jener Solidargemeinschaft im Sinne christlicher Nächstenliebe bekennen kann.
Guten Morgen, Ekkard,
ich versuche sicherlich, meinen Nächsten zu achten, zu schätzen, zu respektieren und auch zu schützen, wo das in meiner Macht steht. Aber ihn zu "lieben"? Ich liebe meine Frau, ich liebe meine Eltern, ich liebe auch meine Freunde. Mehr Liebesfähigkeit habe ich nicht, wenn ich diese Lieben wirklich ernst nehme. Aber "den Nächsten"?? Den schätze ich, den mag ich, den würdige ich, respektiere, schütze ihn, aber LIEBEN? Ist DIESER Anspruch nicht vollkommen überhöht?
Und WARUM sollen Christen den Nächsten lieben? Weil Gott es so will? Oder weil es ihnen ein Herzensbedürfnis ist? Ich habe kürzlich eine Diskussion über die "10 Gebote der Atheisten" im Radio gehört, dort sagte einer der Teilnehmer (ich glaube, es war sogar der Christ), dass ein Christ, der nur um Gottes Willen ethisch handelt, NICHT ethisch handelt. Gutes zu tun, nur weil Gott es befielt oder auch "nur" wünscht, sei per se nicht gut. Da ist was dran, denn das wäre "Gutsein auf Befehl". Gilt das nicht auf für die Nächstenliebe?
Nachdenklich grüsst
Petrus
