16-11-2008, 11:43
(29-10-2008, 16:05)Presbyter schrieb: Sola scriputra meint, dass allein die Schrift als Offenbarung und Autorität anerkannt wird. Es wendet sich damit gegen die römische Lehre, die die mündlichen Tradition und die Heilige Schrift als gleichwertige Offenbarungsquellen anerkennt.
solus christus meint, dass allein Christus Mittler, Erlöser und Retter der Menschheit ist. Da im Mittelalter Heilige oft als Mittler zwischen Christus und den Menschen verstanden wurden und dieser Kult daher zum Teil auswucherte, wendet sich dieses Prinzip unter anderem gegen die Heiligenverehrung.
sola fide meint, dass nur der Glaube Erlösung bringt. Es widerspricht damit der Vorstellung, dass man seine Erlösung durch gerechte Taten selbsterreichen könnte (Pelagianismus).
sola gratia meint, dass die Erlösung und Rechtfertigung im Glauben allein aus der Gnade Gottes stammt. Es gibt weder Anspruch, noch ein Recht auf diese Rechtfertigung, sie sei ein rein gnadenhaftes Geschenk Gottes.
Wie würdest du die Prinzipien auf die heutige Welt beziehen? Sie sind meiner Meinung nach stark mit dem historischen Kontext verbunden, aber besitzen sie vielleicht auch heute noch eine gewisse Aktualität?
Das sola gratia gefällt mir sehr gut, wenn ich an die Menschen denke, die ein Mal im Jahr zu Weihnachten Geld spenden um "ihre Seele rein zu waschen".
