(17-11-2008, 11:22)Ekkard schrieb:(17-11-2008, 08:16)Thoddy schrieb: Mir geht es nicht darum, auf Luther einzudreschen. Wir können ihn leider nicht mehr fragen, wie er es wirklich gemeint hat.Aufgrund seiner Werteskala konnte er auf gar nichts anderes kommen. Es ist schon ein Wunder, dass er wenigstens erkannte, dass die kirchliche Machtausübung (Strafe, Belohnung) der Hl. Schrift widersprach.
(17-11-2008, 08:16)Thoddy schrieb: Ich für mich allerdings komme zu dem Schluß, das - wenn es also alles so stimmen sollte, wie es da geschrieben wurde - Luther auch Morde guthieß.Du denkst an die Bauernkriege. Man kann die Denke dahinter heute leicht durchschauen. Luther empfand den randalierenden Mob als "Untermenschen". Er verstand überhaupt nicht, wie Not Menschen in den kollektiven Wahnsinn treiben kann. Unser heutiges Menschenbild ist da viel weiter gefasst (s. Liste oben!).
(17-11-2008, 08:16)Thoddy schrieb: Damit hat er auch zu damaliger Zeit den christlichen Rahmen verlassen.Der mit Sensen und Knüppeln mordend durch die Lande ziehende Mob waren für viele, Luther eingeschlossen, keine Menschen mehr. Es waren "die Terroristen" seiner Zeit - na, klingelt's?
Luther ging bei seinen Stellungnahmen vor allem von einer wörtlichen Bibel-Auslegung aus,
und da wimmelt es in den 5 Mose-Büchern nur so von Mordbefehlen und übelstem Rassismus (siehe unten!).
Kein Wunder, dass Luther in diesem Stil nicht gerade im Sinne Jesu geschrieben und auch gedacht hat, wenn es um Andersgläubige ging.
Nadia hat zu den Völkermord-Befehlen in den Mosebüchern nicht ein einziges Mal Stellung bezogen.
Sie ist eben zur Kritik an ihren eigenen Basisschriften nicht in der Lage. Insofern sind ihre Luther-Angriffe heuchlerisch und mit zweierlei Maß messend und langsam langweilig, weil sie sich hier im Kreise dreht und ein und denselben Quark immer weiter breit tritt, ohne auf Argumente anderer einzugehen.
Übrigens gibt es von Luther eine Schrift zu Jesus als Juden,
in der er die positiven Züge des Judentums herausarbeitet.
Zitat daraus:
„Wenn die Apostel, die auch Juden waren, also hätten mit uns
Heiden gehandelt wie wir Heiden mit den Juden, es wäre nie
einer von den Heiden Christ geworden. Haben sie denn mit uns
Heiden so brüderlich gehandelt, so sollen wir wiederum
brüderlich mit den Juden handeln.“
(Martin Luther: Daß Jesus ein geborener Jude sei, 1523)
Seine üblen Ausfälle von 1543, denen die ev. Kirche schon vor langer Zeit und immer wieder widersprochen hat, kommen aus dem Bauch, aus Zorn, dass sich niemand jüdischen Glaubens missionieren lassen wollte.
Hier einer der genannten Völkermord-Befehle der Bibel,
denen Nadia noch nie widersprochen hat:
5. Mose 20,10-18
10 Wenn du vor eine Stadt ziehst, um sie anzugreifen, dann sollst du ihr zunächst eine friedliche Einigung vorschlagen.
11 Nimmt sie die friedliche Einigung an und öffnet dir die Tore, dann soll die gesamte Bevölkerung die du dort vorfindest, zum Frondienst verpflichtet und dir untertan sein.
12 Lehnt sie eine friedliche Einigung mit dir ab und will sich mit dir im Kampf messen, dann darfst du sie belagern.
13 Wenn der Herr, dein Gott, sie in deine Gewalt gibt, sollst du alle männlichen Personen mit scharfem Schwert erschlagen.
14 Die Frauen aber, die Kinder und Greise, das Vieh und alles, was sich sonst in der Stadt befindet, alles, was sich darin plündern lässt, darfst du dir als Beute nehmen. Was du bei deinen Feinden geplündert hast, darfst du verzehren; denn der Herr, dein Gott, hat es dir geschenkt.
15 So sollst du mit allen Städten verfahren, die sehr weit von dir entfernt liegen und nicht zu den Städten dieser Völker hier gehören.
16 Aus den Städten dieser Völker jedoch, die der Herr, dein Gott, dir als Erbbesitz gibt, darfst du nichts, was Atem hat, am Leben lassen.
17 Vielmehr sollst du die Hetiter und Amoriter, Kanaaniter und Perisiter, Hiwiter und Jebusiter der Vernichtung weihen, so wie es der Herr, dein Gott, dir zur Pflicht gemacht hat,
18 damit sie euch nicht lehren, alle Gräuel nachzuahmen, die sie begingen, wenn sie ihren Göttern dienten, und ihr nicht gegen den Herrn, euren Gott, sündigt.
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche!" (Gustav Mahler nach Thomas Morus)


