18-08-2003, 01:26
Spock schrieb:In der Wissenschaft liegen die Grenzen meist darin, dass unsere Technik noch beschränkt ist. Niemand kann aber mit Gewissheit ausschließen, dass wir mal alles lückenlos erforschen können. Theologen bleiben aber immer begrenzt.So habe ich Gödel nicht verstanden, und das ist nur die Mathematik... aber ich bin ja nicht ausgezogen, um Wissenschaftskritik zu betreiben.
Zitat:Wie offenbahrt sich Gott denn?Durch Inspiration, durch Lokutionen, durch Visionen, und sicherlich auch noch auf andere Arten. Wieso fragst du?
Zitat:Nuschelt Gott? Ein allmächtiges Wesen, dass sich nicht verständlich mitteilen kann?Er kann. Er lässt allerdings Seinen Geschöpfen die Freiheit, nicht hinzuhören.
Zitat:Glauben ist nicht erkennen. Glauben ist etwas einfach so hinnehmen, ohne es zu überprüfen.Nach welchem Kriterium können wir überprüfen, wer in dieser Frage recht hat? Soll man den Glaubenden fragen oder jenen, der im Glauben keinen Sinn sieht? Ich denke, eine Diskussion in diesem Punkt ist nicht zielführend. Mein Glaube ist ein Erkennen.
Zitat:Bei unendlich vielen Universen gäbe es alle möglichen Kombinationen. Das hat nichts mit Chaos zu tun, das ist einfach statistische Wahrscheinlichkeit.Wie begründest du, dass bezüglich der Variation von hypothetischen unendlich vielen Universen die Wahrscheinlichkeitsrechnung Gültigkeit besitzt? Lässt sich aus der erfahrbaren Tatsache, dass die Mathematik unser Universum gut abbildet, schließen, dass das gleiche für ein Multiversum gilt?
Zitat:Religion ist auch nur eine Lösung, die die Menschen geschaffen haben, weil sie ihnen das darüber Nachdenken abnimmt.Das ist ein Vorurteil, oder kannst du diese Aussage wissenschaftlich oder philosophisch begründen? Religion ist keine Lösung, sondern Ausdrucksform eines Glaubens.
Zitat:Warum sollte ein Schöpfer einen Mechanismus entwickeln, der sein Geschöpf dazu bringt darüber nachzudenken?Um dem Geschöpf den spirituellen Weg zum Schöpfer zu erleichtern, um einen Anstoß "aus sich heraus" zur Suche nach dem Schöpfer zu geben, ohne den freien Willen des Geschöpfes zu eliminieren. (In dieser Aussage sind natürlich viele Voraussetzungen drin, die ich nicht einzeln erwähne, aber es wäre nicht zielführend, in einer solchen Antwort eine ganze Theologie auszubreiten. Die einschlägige Literatur steht dir zur Verfügung.)
Zitat:Weil aber nun der Mensch den Dingen auf den Grund geht, fragt er sich auch woher er kommt und weshalb er lebt.In der Tat.
Zitat:Nicht alles muss aber einen Grund haben. Das können selbst Theologen nicht abstreiten. Wenn sie fragen, weshalb der Mensch denn existiere, müssen sie sich auch fragen, weshalb denn Gott existiere. Wenn sie dann sagen, Gott existiert seiner selbst Willen, warum darf dies dann nicht auch für das Universum gelten?Darf es. Daraus lassen sich Eigenschaften des Universums ableiten, wie "ohne Anfang" oder "unbewegt", die mit den im Universum geltenden Spielregeln im Widerspruch stehen. Vermutlich ist es viel schwieriger, ein konsistentes Bild vom physikalischen Universum als "Gott" zu erstellen als vom offenbarten Gott der Christenheit, des Judentum oder des Islam. Daher halte ich mich lieber an die einfache Erklärung.
Grüße,
Georg
