(26-02-2009, 22:03)Ekkard schrieb: Theologisch und philosophisch ist das aber unbegreiflich (widerspricht den Regeln unseres Nachdenkens). Also entweder wird hiermit Unsinn geschrieben oder etwas völlig Unbegreifliches gesagt.
Noch gilt: Wenn A=G UND J=G, dann A=J (=G) (tertium non datur) unabhängig davon, was A, G und J aussagen.
Übertragen auf Bekenntnisse: Wenn sich Muslime zu Allah bekennen und der Koran sagt, dass Allah der Gott der Tora (JHWH) ist, dann ist Allah = JHWH. Für Christen gilt im Übrigen die gleiche Form des Denkens.
Moin,
ich zieh mal rüber, was ich dazu in einem anderen Thread geschrieben habe:
"ich glaube, die Diskussion geht hier schon fast eher um ein Sprachverständnis.
Wenn jemand zu einem Gott betet, von dem er glaubt, dass dieser ihn auffordert, viermal jährlich einen seiner Nachbarn zu verrspeisen, gegen die anderen in jedem Monat mit einem 'r' Krieg zu führen und ansonsten grün angemalt rumzulaufen und
jemand anders zu einen Gott betet, von dem er glaubt, dass dieser ihn auffordert, sein ganzes Leben anderen Menschen zu helfen, ausschließlich gutes zu tun und exakt 7 Kinder in die Welt zu setzen
dann kann man natürlich rein logisch betrachtet durchaus behaupten, dass das derselbe Gott sein kann, nur die Erkenntnis eine andere ist.
Ich würde hier aber schlicht sagen: Die beiden beten zu verschiedenen Göttern."
(Ende meines Zitats)
Zitat:Gewiss; aber "beten zu" oder "erfassen" ist eine menschliche Verhaltensweise oder ein Verhältnis und hat keinen Einfluss auf die Person Gottes.
Das ist korrekt. Nur wenn ich etwas völlig falsch erfasse, ist es eben nicht mehr die Person selbst, sondern eiine fiktive, von mir eben falsch gesehene.
Wenn Du denkst, dass Deine Nachbarin eine niederträchtige 80 jährige alte Schachtel ist, sie aber in wirklich ein 20 jährige bildhübsche und herzengute Frau ist,
meinst Du mit Deiner Meinung in der Tat Deine Nachbarin, nur ist sie es eben nicht.
Zitat:Selbstverständlich weichen die Religionslehren voneinander ab. Es geht nur darum, das Bekenntnis sowohl von Christen als auch von Muslimen ernst zu nehmen. Und der Koran (bzw. der Prophet) oder auch das Neue Testament bekennen den Gott der Tora. Anderenfalls wäre es ein Leichtes gewesen, sich andere Gottheiten zu suchen.
Ich nehme sie ernst, fordere aber ebenfalls ein ernstnehmen meiner religiösen Überzeugung. Und ich glaube eben, dass meine religiöse Überzeugung zu anderen Aussagen über G'ttes Wille kommt als die Muslime.
Zum Christentum wird's noch schwerer. Es kann doch nun wirklich keiner von einem Nichtchristen verlangen, über die Brücke der Trinität mit zu gehen und auch zu sagen: Das ist Monotheismus und das gleiche wie der jüdische und muslimische Glauben.
Meinetwegen dürfen die Christen das ja gern glauben, aber sie müssen dann eben auch damit leben, dass ich widerspreche, wenn sie sagen, dass das dem jüdischen G'ttesbild entspricht.
Tschüss
Jörg

