05-04-2009, 22:51
(05-04-2009, 19:01)Der-Einsiedler schrieb: Mir geht es darum, darüber nachzusinnen, warum man so etwas glaubt. "Wider die Vernunft"...M. E. liegt dies daran, dass vielen Menschen, selbst in den höchsten Ämtern, ein paar einfache philosophische Erkenntnisse fehlen. Bei "normalen Gläubigen" ist dies ja noch hinnehmbar, die wissen's nicht besser. Wenn solche Erkenntnisse aber "weiter oben" schlicht fehlen, dann kann man von ihnen nur von ausgesprochenen Mängelwesen denken.
Grundsätzlich kann Glaube nur etwas festlegen, was sich wie Regeln, Axiome, Prinzipien oder Postulate verhält. Für Tatsachenbehauptungen, die prinzipiell prüfbar (falsifizierbar) sind, gilt dies auf keinen Fall - ein schlichter Kategorienfehler!
(05-04-2009, 19:01)Der-Einsiedler schrieb: Gibt es dafür eine psychologische Erklärung?1. Mangelndes Wissen; 2. Selbstdefinition, persönlicher Mythos; 3. Autoritätsgläubigkeit.
(05-04-2009, 19:01)Der-Einsiedler schrieb: Oder sind wir einfach nur "konditioniert" (oder religiös sozialisiert, wenn man es etwas sanfter ausdrücken möchte)?Im 2. Fall ganz bestimmt, vielleicht mit einer guten Portion Autoritätsgläubigkeit.
(05-04-2009, 19:01)Der-Einsiedler schrieb: Oder "MÜSSEN" wir das Irrationale und "Unvernünftige" glauben, damit wir auch dasjenige glauben können, das Religion eigentlich ausmacht: Die Hoffnung "über den Tod hinaus"?Ich sehe Letzteres keineswegs als das an, was Glaube ausmacht, höchstens: auch, und das nur in höchst Angst machender Weise!
Das Wesen des Glaubens ist das Funktionieren einer Gesellschaft. Dazu gehört auch, dass die Teilnehmer sich darin und in ihrer physischen Welt zurecht finden (gesellschaftskonform urteilen).
Deshalb bin ich auch so empört, dass Kirchenleute falsifizierbare Aussagen zum Dogma erheben.
Ich gebe Dir Recht: Das ist schlicht unvernünftig. Das muss man nicht glauben.
Übrigens sind Glaubensaussagen "über den Tod hinaus" allerhöchstens ästhetische Mythen. Diese sind nicht prüfbar (falsifizierbar). Infolgedessen kann man sich zurecht legen, was einem guttut.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Ekkard

