06-04-2009, 07:06
(05-04-2009, 19:01)Der-Einsiedler schrieb: Ekkard, wir kommen immer mehr von meiner Ausgangsfrage ab. Mir geht und ging es nicht darum, wo etwas steht, und wer was gesagt hat, und wie wir "Aufgeklärten" (?) das interpretieren. Mir geht es darum, darüber nachzusinnen, warum man so etwas glaubt. "Wider die Vernunft"... Gibt es dafür eine psychologische Erklärung? Oder sind wir einfach nur "konditioniert" (oder religiös sozialisiert, wenn man es etwas sanfter ausdrücken möchte)? Oder "MÜSSEN" wir das Irrationale und "Unvernünftige" glauben, damit wir auch dasjenige glauben können, das Religion eigentlich ausmacht: Die Hoffnung "über den Tod hinaus"?
Nachdenklich:
DE
Von "Müssen" kann nicht die Rede sein, sondern von innerer Bejahung, einer Zustimmung, die einer anderen Logik folgt. Mir leuchtet nicht ein, warum es eine festgelegte Norm und Schema diesbezüglich geben muß/sollte, die alles verwirft, was nicht dazu passt und wie eine Stanze normt.
Wider der Vernunft? Wir verlieben uns in einen Menschen, kennen ihn nicht und trotzdem verlieben wir uns. Gibt es Beweise, Axiome, Kategorien, die das rechtfertigen? Trotzdem sind wir uns sicher, diesen Menschen mag ich... Nennen wir es Intuition und Beziehungsfähigkeit. Glauben ist (auch) Beziehung. Schliesslich, wer sagt denn, dass das, was wir als 'Rational' definieren, tatsächlich auch rational und vernünftig ist? Kann ja auch andersrum funktionieren.
Wir müssen weit ausholen, um überhaupt dem Thema gerecht zu werden.
Glaube erlebe ich nicht als Ackergaul, der vor den Wagen "Gemeinwesen" gespannt wird. Glaube, ein williger Gaul, Erfüllungsgehilfe...? Glaube ist mehr, als ein Funktionieren, Konditionieren und all jene Definitionen, die mir wie maschinengerechtes Vokabular erscheinen. Daß darunter auch schwerzugängliche Aussagen fallen, die sich unserer alltäglichen Logik entziehen, gehört aber dazu. Wahrscheinlich hängt das alles mit unserer persönlichen Wahrnehmung - und Selbstwahrnehmung/Identität - von Leben zusammen: die einen sehen ein Wunder und staunen, andere nehmen alles als selbstverständlich hin...(?)
