09-07-2009, 21:02
(09-07-2009, 19:31)Byron schrieb:Zitat:Warum sollte jam sich bereit erklären, sich kritisch mit dem AT auseinanderzusetzen?
Kritische Auseinandersetzung bedeutet nicht, das AT zu verwerfen, sondern auch auf die "schlechten" Bibelstellen, die hier von Anderen eingebracht werden, einzugehen, und sich nicht direkt angegriffen zu fühlen.
Jam schreibt hier schon lange über das AT und wie unfehlbar und toll es ist und keiner fragt danach, ob ich mich angegriffen fühle, nur weil ich es nicht so sehe.
Dann kann sie doch nicht von "Gotteslästerung" sprechen, weil ich meine Sicht des AT hier genauso schildere wie sie auch ihre.
Ich denke, hier liegt ein grundsätzliches, gegenseitigen Missverstehen der Kontrahenten vor.
Der eine Standpunkt ist die Textkritik, die den Text liest, und eine Bewertung vornimmt. Messlatte ist die heutige Ethik. Von diesem Standpunkt ausgehend, erscheint der alttestamentliche Gott ein strafender, ein rächender, ja kriegerischer Gott.
Der andere Standpunkt ist in extremer Weise anders! Er geht bewusst oder unbewusst vom Glauben, d. h. von dem in der Gefühlswelt verankerten Heiligen aus, das jeder Mensch in sich trägt. Wird diese innerste Schale angerührt, tut's weh, weil es die Selbstwahrnehmung und das Selbstbild direkt zu verändern trachtet.
Bei dieser inneren Schale handelt sich um das bekannte Phänomen der Wiedergeburt "im Glauben". Darin steht der Glaubende betend in einem Liebesverhältnis zum heiligen Gegenüber, zu Gott.
Eine im Herzen gefühlsmäßig verankerte Persönlichkeit, Gott, als kalt, berechnend, strafend, kriegerisch (lügnerisch, rächend) aus den längst verarbeiteten und ad acta gelegten Schriften heraus zu lesen, entspricht einem sehr schmerzhaften, aggressiven Erleben, das wir anderen nicht einfach ignorieren dürfen.
Ich kann das teilweise mitvollziehen. Man steht den einfachen Textinterpretationen fassungslos gegenüber. Das dort gezeichnete Gottesbild ist nicht unser Gott, unser Heiligstes. Dieses Bild haben wir hinter uns gelassen. Ich persönlich glaube sogar, dass wir in direkter Opposition zu solchen (Sprach-)Bildern glauben.
Noch eins kommt hinzu: Glaube ist nur dann von Wert, wenn mein Handeln diesem entspricht. Und deshalb bitte ich alle um Verzeihung, denen ich gelegentlich auf die Füße trete. Es ist alles: Meiner Meinung nach ...
(09-07-2009, 19:31)Byron schrieb: Man sollte immer und überall von jedem verlangen können, dass er in der Lage ist, sich kritisch, unvoreingenommen und NEUTRAL mit einer Thematik zu beschäftigen.Verlangen kannst du viel. Doch wenn Beiträge dir weh tun, dann schreit auch dein Innerstes nach Äußerung

(09-07-2009, 19:31)Byron schrieb: Momentan geht xxx nämlich, wie du auch merkst, kaum auf inhaltlicher Ebene auf meine Beiträge ein sondern fühlt sich direkt angegriffen, was sie aber nicht ist.Doch, sie fühlt sich angegriffen, weil ihre Seele deine Beschreibung Gottes als Beschreibung ihres Innersten empfindet. Für sie ist Gott keine äußere Entität, sondern etwas sehr Persönliches. Kierkegaard hat es einmal sinngemäß so gesagt: Glaube ist, was uns unmittelbar persönlich angeht. Und Gott ist zutiefst Glaube.
Daraus sollte also eine INHALTLICHE DISKUSSION folgen.
(09-07-2009, 19:31)Byron schrieb: Ich brauche kein Recht, um irgendjemanden darauf hinzuweisen, dass dies ein DISKUSSIONSforum ist und kein Ort für öffentliche Selbstbemitleidung.Nun - es geht um gegenseitiges Verstehen von Standpunkten, die extremer kaum sein können: Innen / Außen, subjektiv / objektiv.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Ekkard

