(16-07-2009, 17:18)alwin schrieb: @acapella
Zitat:Die Juden glauben, dass der Islam eine heilige Religion Gottes ist.Das wüßte ich aber! - Woher nimmst Du diese Annahme?
Kann es sein, daß Du in Deinen Beschreibungen der Stellung des Islams einigen Wunschgedanken nachhängst?
Ich hoffe Acapella nimmt es mir nicht übel, wenn ich versuche, die Antwort für sie zu geben.
Das Judentum ist schon der alten "heidnischen" Weisheit mit einer gewissen Achtung begegnet: "Der Heilige, gepriesen sei er, verleiht Weisheit nur demjenigen, der schon Weisheit besitzt" (b Berachot 55a). Die Gewissheit, die Juden in Bezug auf ihre eigenen religiösen Wahrheiten haben, räumt ihnen die Freiheit ein, anderen Religionen gegenüber gerecht zu sein. Jüdische Denker des Mittelalters (insbesondere solche, die ihre Gedanken in Spanien unter maurischer Herrschaft relativ frei formulieren konnten) haben sich dem Islam (aber auch dem Christentum) gegenüber sehr positiv geäußert.
Sie meinten, erkannt zu haben, dass Christentum und Islam für die messianische Zeit vorbereiten und zu ihr hinleiten und den Beruf haben, das Kommen des Gottesreichs anzubahnen. Verdienst von Christentum und Islam sei es, die Worte der Heiligen Schrift bis ans Ende der Erde dringen zu lassen (Jehuda Halevi, Kusari IV, 23; Moses ben Maimon, Mischne Tora, Hilchot Melachim XI, 4).
Hermann Cohen stellt in Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums fest:
Die jüdischen Religionsphilosophen des Mittelalters haben weder dem Christentum, noch dem Islam gegenüber ihren historischen Sinn durch konfessionelle Befangenheit getrübt. Sie haben beiden Religionen das Verdienst zuerkannt, den Monotheismus unter den Völkern zu verbreiten.
Mag sein, dass Acapella das mit ihrer Antwort verkürzend gemeint hat.
MfG E.
MfG B.

