06-08-2009, 16:15
(06-08-2009, 15:18)t.logemann schrieb: ...und da sind wir beim Problem, lieber Petronius:
Die "Aussagenlogik" lässt sich logisch nur auf einen bestimmten/bestimmbaren Bereich anwenden; die "Aussagenlogik" ist aber nur Teil einer "göttlichen Logik" und kann daher für den komplexen Bereich "göttlicher Logik" keine Erklärung bieten.
Was soll "göttliche Logik" sein, wie sind deren Regeln etc.? Und woher weißt du, dass es eine solche gibt und dass die Aussagenlogik ein Teil jener ist?
(06-08-2009, 15:18)t.logemann schrieb: Ganz platt: die einzelne Speiche die in dem Laufrad Deines Fahrrades eingespeicht ist, die einzelne Mutter die am Zylinderkopf Deines Mopeds oder Auto`s sitzt, "erklärt" auch nicht das Fahrrad, Auto, Moped in seiner Ganzheit, Komplexität. Folglich taugt die "Aussagenlogik" hier schlichtweg nicht.
Obwohl der Vergleich menschlichen Denkens mit einem Atom oder einer Fahrradspeiche in der Tat, wie du ja selbst bemerkst, ziemlich "platt" ist, zeigt er doch den grundsätzlichen Denkfehler aller dieserart gelagerten Argumentationen.
Wenn also die "Fahradspeiche" wahrnehmen, denken und beobachten könnte, so würde sie sinnvolle Aussagen nur darüber machen können, was ihr an Wahrnehmbaren und Erkennbarem zugänglich ist. Nehmen wir an, sie kann nur erkennen, dass sie irgendwo mehr oder weniger fest eingespannt ist und ab und zu mit Wasser gewaschen wird. Lässt dies den Schluss zu, dass sie Teil eines Fahhrades ist? Natürlich nicht! Allein schon die Überlegung, dass es möglich wäre, Teil eines Fahrrades zu sein - setzte voraus, dass ihr genau bekannt ist, was ein Fahrrad eigentlich ist. Dies aber setzt Kenntnissmöglichkeiten voraus, über welche sie per definitionem gar nicht verfügen kann.
Diese argumentative Denkfehler-Figur ist nichts anderes als die klassische Erschleichung des Beweisgrundes ("petitio principii"), indem etwas vorausgesetzt wird, was erst einmal zu beweisen ist. Es ist das Kernstück fast aller Gottes-Beweise, Gottes-Wahrscheinlichkeits bzw. Gottes-Möglichkeitsbehautungen. Der tatsächliche Aussagegegehalt solcher Argumente ist gleich Null. Denn zum einen ist die Anzahl und Beschaffenheit der Phantasien, welche man um das dem Menschen in existentia und essentia nachweislich bekannte herumfabulieren kann, unbegrenzt; und zum anderen sind Aussagen über Dinge, von denen man nichts wissen kann, sinnlos und völlig obsolet.

