07-09-2009, 22:09
(07-09-2009, 17:40)Arandir schrieb: Was ich bisher nicht so ganz verstehe, ist, wieso es ein anstrebenswertes Ziel ist zu verlöschen, das heißt ja, wenn ich das richtig verstanden habe, Nirvana.Es ist eh so, daß alles verlischt (anicca) - was uns daran hindert, dies zu sehen, sind Bevorzugung, Ablehnung, Verwirrtheit (3 Ursachen). Dann ist Niirvana das Verlöschen eben dieser Ursachen, die Dinge nicht so zu sehen (zu leben), wie sie tatsächlich sind
(07-09-2009, 17:40)Arandir schrieb: Klar, die erste der Vier Edle Wahrheiten besagt, dass alles Leben letzendlich Leid sei. Genau da gerät schon meine Annäherung ins Stocken, weil sich sehr vieles in mir dagegen sträubt.Leben in Samsara, ja. Und das ist auch nichts, was man sich gern vergegenwärtigt, denn dann müßte man sein Leben ändern.
Wenns Dir hilft: Alles Leben in Samsara ist letztlich leidhaft, daran "haftet" Leiden, gewissermaßen potentiell - aber das kannst Du ja ändern. Also, man kann eben die "4 Wahrheiten" nicht voneinander isolieren, es ist eine vierfache Wahrheit.
(07-09-2009, 17:40)Arandir schrieb: Wie ist das bei Buddhisten, ist das echtes tiefes Gefühl oder eine Einsicht, das alle Leben Leid sei, oder geht man da irgendwie drüber weg, weil der Rest vom Buddhismus ja so gut ist?Wo es genau "klick" macht, dürfte bei jedem wohl höchst unterschiedlich sein - ich schätze aber mal, daß wenn jemand nicht ein "Unbefiedigtsein", eine "Lücke", ein "Getrenntsein" (andere Wörter für dukkha) fühlt, also nicht eine gewisse Einsicht in eigenes "Leiden" da ist, macht er sich auch nicht auf die Suche.
(07-09-2009, 17:40)Arandir schrieb: Auch frage ich mich, ob der Glaube an den Kreislauf der Wiedergeburt unter Buddhisten wirklich stark ist. Ich kenne viele Christen, die letzendlich drauf hoffen, dass es ein Leben nach dem Tode gibt, aber ein letzer Zweifel bleibt bei den meisten doch, habe ich den Eindruck.Vergiß es. Dazu habe ich gerade hier einen längeren Beitrag (#36) geschrieben
(07-09-2009, 17:40)Arandir schrieb: Also, wie gesagt, gibts da einen starken Glauben an das Rad der WiedergeburtVollkommen unnötig bis hochgradig kontraproduktiv.
(07-09-2009, 17:40)Arandir schrieb: und dass man unbedingt daraus entfliehen muss oder was ist es sonst, was den Buddhismus attraktiv macht?Nö, also wahrscheinlich stehen am Anfang einfach offene Fragen und man sehnt sich nach einer Antwort und man entdeckt, daß man sich ganz spannend aus Richtungen nähern kann, von denen man vorher nicht vermutete, daß es sie überhaupt gibt.
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