11-10-2009, 18:12
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 11-10-2009, 18:14 von Alanus ab Insulis.)
(11-10-2009, 15:09)humanist schrieb: a) Wissenschaftliche Anforderungen:
Objektivität, Validität, Plausibilität, Reproduzierbarkeit und Statistik.
Bei Theologie sehe ich zumindest Ersteres verletzt.
Statistik und Reproduzierbarkeit sind schonmal Anforderungen, die vornehmlich den naturwissenschaftlichen Methoden zuzordnen sind. Wie z.B: die Geschichtswissenschaft reproduktiv sein soll, ist mir schleierhaft. Statistik ist nur in komparativen Methoden sinnvoll, ist folglich kein universales Kriterium. Validität und Objektivität sehe ich kein Problem.
Ad objectum bezieht sich die Theologie auf Gott, Welt und Mensch. Das Gott nicht existiere ist hier kein Einwand. Die Mathematik operiert auch mit Entitäten, die es in der Natur nicht gibt. Oder hast du schonmal die ∛8 irgendwo in der Natur gesehen. Mathematik beruht als Geisteswissenschaft nur auf Grund menschlich gedachter Systeme die Zusammenhänge der Welt erklären sollen. Die Notwendigkeit einer natürlichen Existenz ist nicht notwendig, gleiches gilt für die Theologie.
(11-10-2009, 15:09)humanist schrieb: b) Das Axiom "Gott existiert" ist ein wissenschaftlich unzuässiges Axiom.
Nicht mit mathematischen Axiomen wie Kommutativgesetz, Assoziativgesetz, Distributivgesetz, neutralen und inversen Elementen (Auswahl der arithmetischen Axiome) zu vergleichen,
da diese objektiv jedem offenkundig sind.
Es ist ein formallogischer Fehler anzunehmen, die Axiome der unterschiedlichen Wissenschaften müssten einander in Art und Weise gleichen. Tatsache ist, dass jede Wissenschaft unhintergehbare Voraussetzungen hat. Das diese Axiome nach Art der Wissenschaft unterschiedlich sind, ist selbstevident. Daher müssen auch theologische Voraussetzungen nicht mit mathematischen Axiomen verglichen werden. Mein Hinweis auf die euklidsche Axiomatik wollte nur Aufzeigen, dass keine Wissenschaft ohne selbige auskommt.
(11-10-2009, 15:09)humanist schrieb: c) In der Theologie widerspricht man doch gerne mal anerkannten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Das müsstes du als Theologe doch am besten wissen.
Kann ich nicht bestätigen. Aber vlt. stellst du mal deine Thesen vor.
(11-10-2009, 17:27)humanist schrieb: Das ist es ja, was mir widerstrebt. Die meisten Wissenschaftler erkennen Theologie nicht als Wissenschaft an.
Interessant ist, das du die meisten Wissenschaftler kennst! Und noch mehr ihre Bewertung der Theologie als Wissenschaft.
Anstatt Behauptungen über die Meisten anzustellen, zitiere ich liebe einen bedeutenden Naturwissenschaftler:
"Gott steht für den Gläubigen am Anfang und für den Physiker am Ende allen Denkens." (Max Planck)
Omnis mundi creatura quasi liber et pictura nobis est et speculum.
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Jedes Geschöpf der Welt ist sozusagen ein Buch und Bild und ein Spiegel für uns.
(Alanus ab Insulis, Theologe, Philosoph und Dichter)
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Jedes Geschöpf der Welt ist sozusagen ein Buch und Bild und ein Spiegel für uns.
(Alanus ab Insulis, Theologe, Philosoph und Dichter)

