(11-10-2009, 17:58)Lhiannon schrieb: Beispiel: Menschen handeln nun mal anders und oft selbstloser und risikofreudiger wenn sie an ein Leben nach dem Tod glauben.Religiöse verhalten sich nicht ethischer als Atheisten
(11-10-2009, 17:58)Lhiannon schrieb: Angeblich sollen Gläubige auch glücklicher sein als Atheisten. (hab ich bei Hirschhausen gelesen)Die angeblichen Vorteile der Religiosität wie Glücklichkeit und schnellere Genesung von Krankheiten haben nichts mit Religiosität zu tun, sondern mit persönlicher Sicherheit.
Hier wird auf entsprechende Studien verwiesen
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(11-10-2009, 18:12)Alanus ab Insulis schrieb:(11-10-2009, 15:09)humanist schrieb: a) Wissenschaftliche Anforderungen:
Objektivität, Validität, Plausibilität, Reproduzierbarkeit und Statistik.
Bei Theologie sehe ich zumindest Ersteres verletzt.
Statistik und Reproduzierbarkeit sind schonmal Anforderungen, die vornehmlich den naturwissenschaftlichen Methoden zuzordnen sind. Wie z.B: die Geschichtswissenschaft reproduktiv sein soll, ist mir schleierhaft. Statistik ist nur in komparativen Methoden sinnvoll, ist folglich kein universales Kriterium. Validität und Objektivität sehe ich kein Problem.
Ad objectum bezieht sich die Theologie auf Gott, Welt und Mensch. Das Gott nicht existiere ist hier kein Einwand. Die Mathematik operiert auch mit Entitäten, die es in der Natur nicht gibt. Oder hast du schonmal die ∛8 irgendwo in der Natur gesehen. Mathematik beruht als Geisteswissenschaft nur auf Grund menschlich gedachter Systeme die Zusammenhänge der Welt erklären sollen. Die Notwendigkeit einer natürlichen Existenz ist nicht notwendig, gleiches gilt für die Theologie.
Die genannten Anforderungen sind selbstredend unvollständig und beziehen sich tatsächlich auf die Durchführung von Studien.
Bei Objektivität sehe ich schonmal ein Problem. Nämlich das Axiom Gott. Gott ist auch kein valides Argument (schwaches argumentatives Gewicht).
Es ist plausibler, dass das Universum ohne Gott auskommt (Ockhams Rasiermesser).
Die Reproduzierbarkeit ist verletzt, in dem Sinne, dass nicht jeder die Existenz Gottes nachprüfen kann.
Mathematik nahm seine Anfänge in dem Bedürfnis, die Natur zu verstehen und formal zu beschreiben.
Mathematik war in den Anfängen sehr wohl eine Beschreibung der Natur. Später haben sich Teilgebiete entwickelt,
die keine Anwendung finden. Das war in der Zahlentheorie allerdings lange auch so, bis sich die Kryptographie herausbildete.
(11-10-2009, 18:12)Alanus ab Insulis schrieb:(11-10-2009, 15:09)humanist schrieb: b) Das Axiom "Gott existiert" ist ein wissenschaftlich unzuässiges Axiom.
Nicht mit mathematischen Axiomen wie Kommutativgesetz, Assoziativgesetz, Distributivgesetz, neutralen und inversen Elementen (Auswahl der arithmetischen Axiome) zu vergleichen,
da diese objektiv jedem offenkundig sind.
Es ist ein formallogischer Fehler anzunehmen, die Axiome der unterschiedlichen Wissenschaften müssten einander in Art und Weise gleichen. Tatsache ist, dass jede Wissenschaft unhintergehbare Voraussetzungen hat. Das diese Axiome nach Art der Wissenschaft unterschiedlich sind, ist selbstevident. Daher müssen auch theologische Voraussetzungen nicht mit mathematischen Axiomen verglichen werden. Mein Hinweis auf die euklidsche Axiomatik wollte nur Aufzeigen, dass keine Wissenschaft ohne selbige auskommt.
Habe nie behauptet, sie müssen sich gleichen. Ich wollte sagen, Axiome müssen jedem trivial einsichtig sein.
Das Axiom Gott erfüllt nicht dieses Kriterium.
(11-10-2009, 18:12)Alanus ab Insulis schrieb:(11-10-2009, 15:09)humanist schrieb: c) In der Theologie widerspricht man doch gerne mal anerkannten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Das müsstes du als Theologe doch am besten wissen.
Kann ich nicht bestätigen. Aber vlt. stellst du mal deine Thesen vor.
Hab den Artikel vom Professor gefunden:
Hier der Verweis:
Staatlich finanzierte Pseudowissenschaft
Hier der Artikel:
Der gottlose Theologe und seine Wissenschaft
Zitat:Wer vermutet, an theologischen Fakultäten könne ergebnisoffen geforscht werden, liegt weit ab der Realität. Wie ergebnisoffen an theologischen Fakultäten geforscht werden kann, veranschaulicht das Beispiel des Göttinger Professors Gerd Lüdemann, der, nachdem er öffentlich von seinem christlichen Glauben abfiel, aus dem Lehrbetrieb der theologischen Fakultät ausgeschlossen wurde. Wen interessiert da schon Artikel 5 des deutschen Grundgesetzes, der die Freiheit von Wissenschaft, Forschung und Lehre garantieren soll?
Gerd Lüdemann ist mittlerweile vehementer Kritiker der Zustände an theologischen Fakultäten.
(11-10-2009, 18:12)Alanus ab Insulis schrieb:(11-10-2009, 17:27)humanist schrieb: Das ist es ja, was mir widerstrebt. Die meisten Wissenschaftler erkennen Theologie nicht als Wissenschaft an.
Interessant ist, das du die meisten Wissenschaftler kennst! Und noch mehr ihre Bewertung der Theologie als Wissenschaft.
Anstatt Behauptungen über die Meisten anzustellen, zitiere ich liebe einen bedeutenden Naturwissenschaftler:
"Gott steht für den Gläubigen am Anfang und für den Physiker am Ende allen Denkens." (Max Planck)
Ich kannte Professoren, die wissenschaftlich forschten, und ihre Meinung.
Ansonsten hört man immer mal wieder in Medien (Reportagen, Dokumentationen, Wissenschaftsmagazinen etc.) davon.
Außerdem sind die meisten Wissenschaftler Atheisten (kann ich belegen). Wissenschaftler bauen auf Fakten auf. Wenn ein Fakt unsicher ist (Gottes Existenz) kann das ganze Gebäude ihrer Theorie zusammenstürzen.
"What can be asserted without proof can be dismissed without proof." [Christopher Hitchens]

